Wohnhaus

Abshofstraße 15 · Merheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7941
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Abshofstraße 15, 51109 Köln
Baujahr19. Jahrhundert
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 17.09.1996
Stadtteil Merheim

Erbaut im 19. Jh.; traufständiges, eingeschossiges Fachwerkhaus, freistehend, teilunterkellert (Haustür und Holzfenster erneuert).

Fachwerk auf Steinsockel, regelmäßige Ständerabfolge und Eckstreben, 2 Riegel je Feld, Zapfenschloß und Oberrähmkonstruktion, Gefache aus Backstein.

Straßenfassade: mittige Haustür (erneuert, Türeinfassung und Vordach neu), 3 Holzfenster mit Schlagläden, liegendes Dachfenster (neu); linker Giebel: 1 Holzfenster und 1 Giebelluke mit Holzladen, Riegel in den beiden mittleren Feldern hochgesetzt (Zugang zum ehemaligen "Alten Stall", 1947 zugesetzt), Giebelspitze neu ausgemauert; rechter Giebel: Backsteinmauer, Giebelfenster mit Sprossenteilung; Rückseite: Backsteinanbau (Vergrößerung Wohnzimmer, Badezimmer und Schuppen) von 1947, im Schuppen 2 Kellerfenster und Fachwerkrückwand des Haupthauses sichtbar, Kamin nahe First (erneuert). Innen original: Keller mit Steintreppe und Quertonne aus Backstein, 4 Wandnischen, im EG alte Innenwände und Küchentür (neue Böden, höhergelegte Balkendecke im Wohnzimmer, Treppe von 1947), im Dachgeschoß Dielenboden (2 alte Türen evt. aus EG). Nicht Teil des Denkmals ist der 1947 erichtete, rückwärtige Backsteinanbau und die völlig veränderte Umgebung des Hauses.

Keimzelle Merheims ist der bereits für das 11. Jahrhundert belegte Frohnhof (neu erbaut um 1775) und die zugehörige Eigenkirche St. Gereon, aus der sich die heutige, 1820/21 errichtete Pfarrkirche entwickelte. Östlich des Hofes entstand das Dorf Merheim an der Ostheimer-, Rüdiger- und Abshofstraße.

Das Haus Abshofstr. 15 ist eines von nur noch vier denkmalswerten Bauten an dieser Straße und daher ein wichtiges Zeugnis für die Bebauung dieses Dorfbereiches vor dem modernen Verstädterungsprozeß. Das o. g. Haus stellt darüberhinaus eine wichtige sozialgeschichtliche Quelle für die Lebens- und Wohnverhältnisse eines Großteils der ländlichen Bevölkerung dar. Das ehemalige Wohn-Stall-Gebäude wurde von Landarbeitern bewohnt, ähnlich wie die beiden, in der weiteren Nachbarschaft liegenden Fachwerkbauten Abshofstr. 1 und 24. Die zugehörige, bescheidene Landwirtschaft wird heute nur noch durch den Vorgarten und Baudetails (wie der zugesetzte Stallzugang) angedeutet. Trotz der mittlerweile beschränkten Grünfläche ist der Gesamteindruck eines freistehenden, ländlichen Kleinanwesens erhalten geblieben. Dem Gebäude kommt daher als einem der letzten Zeugnisse der dörflichen Bau- und Sozialstruktur in Merheim eine wesentliche Bedeutung zu. Aus diesem Grunde ist seine Erhaltung unbedingt notwendig.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0