Wohnhaus
Widdersdorfer Straße 192 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6604 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Widdersdorfer Straße 192, 50825 Köln |
| Baujahr | um 1905 bis 1907 |
| Architekt / Planung | W. Barth |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 19.08.1992 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Um 1905/07 erbaut; Architekt W. Barth. Freistehendes villenartiges Wohnhaus. 2 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß. Putzfassade mit Backstein- und Fachwerkgliederungen; links überdachter Eingang mit Treppenaufgang (Haustür original); an der Vorderfassade im EG rechts Wintergarten, an der rechten Seitenfassade Risalit auf trapezförmigem Grundriß und mit eigener Verdachung; an der Rückseite im 1. OG ehemals Terrasse, später in Wintergarten umgebaut; Steintreppe zum Garten. Fenster weitgehend original. Im Innern original erhalten bzw. erhaltenswert: Fliesenboden im Eingangsbereich, Tür zur Diele, Holztreppe mit Holzgeländer, Korridorabschlüsse, Zimmertüren (EG und einige im 1. OG).
Straßenseitig originale Einfriedungsmauer mit schmiedeeisernem Gitter und Tor.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Der Vorort Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. 1875 wurden an der Widdersdorfer Straße die Städtischen Gaswerke Ehrenfeld errichtet, die damals alle an das Gasrohrnetz angeschlossenen Vororte auf der linken Rheinseite versorgten. Im Zuge der in den Jahren 1905-07 durchgeführten Erweiterungsmaßnahmen wurden auf dem am meisten rauch- und rußfreien südwestlichen Teil des Werkgrundstücks, umgeben von gärtnerischen Anlagen, nach Entwürfen des Architekten W. Barth eine Reihe von Beamtenwohnhäusern geschaffen. Auch das o. g. Gebäude ist integraler Bestandteil dieses abwechslungsreich gestalteten Ensembles, in dem durch den Wechsel von Form und Farbgebung sowohl im Äußeren als auch Inneren die Individualität eines jeden Hauses bewahrt blieb. Es wurde als Wohnhaus des Betriebsinspektors errichtet und gibt trotz einzelner Veränderungen noch Aufschluß über die ehemals aufwendige Fassadengestaltung, in der sich die Dekorfreude des Jugendstils mit Elementen des sog. Heimatstils (Fachwerk) verbindet. Auch die in Teilen erhaltene Innenausstattung war der sozialen Stellung der Bewohner angepaßt. Als Beispiel für die im frühen 20. Jahrhundert errichtete gehobene Wohnbebauung Ehrenfelds wird das Gebäude somit zu einem unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0