Wohn- u. Geschäftshaus

Glasstraße 37 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6636
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Glasstraße 37, 50823 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 02.10.1992
Stadtteil Ehrenfeld

Um 1890 erbaut. 3 Geschosse, 3 Achsen, Satteldach mit neuerer Gaube. Stuckfassade mit Dekorationen im Stil der Renaissance. EG verändert, Fenster verändert; Haustür original. Rückseite: backsteinsichtig; Anbau verputzt; Fenster verändert. Im Innern erhaltenswert: Terrazzoboden im Flur; Holztreppe, Holzgeländer mit gedrechselten Stäben, Antrittspfosten (etwa 1910).

Nicht zum Denkmal gehören: der an den rückwärtigen Anbau anschließende, flachgedeckte Erweiterungsbau (Waschküche) sowie die Hofüberbauung.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Der Vorort Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Die Glasstraße, an der sich das o. g. Objekt befindet, erinnert mit ihrem Namen an die ehemalige Ehrenfelder Glashütte - der einzigen ihrer Art in Köln und Umgebung -, die 1864 von Philipp Michel eingerichtet und 1927 stillgelegt wurde. Der ab 1875 parallel zur Eisenbahn angelegte Straßenzug wird vorwiegend geprägt durch dreigeschossige und dreiachsige Gebäude, die mitunter symmetrisch aufeinander bezogen sind. Das Haus Nr. 37 gehört auf der linken Straßenseite, die durch die Kriegseinwirkungen stärker in Mitleidenschaft gezogen wurde als die gegenüberliegende, zu den wenigen qualitätvollen Zeugnissen der historischen Bebauung. Es repräsentiert den für Köln charakteristischen Typus des Dreifensterhauses, der, ausgehend von der Kölner Altstadt, ab den späten 70er Jahren auch in den Außenbezirken Verwendung fand. Die relativ aufwendige Fassadendekoration mit Betonung des ersten Obergeschosses, der Beletage, belegt die Orientierung an der innerstädtischen Architektur und veranschaulicht somit die zunehmende Verstädterung des Vororts. Als Beleg für die Ehrenfelder Architektur des späten 19. Jahrhunderts und ihre spezifische Ausprägung wird das o. g. Gebäude somit zu einem unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0