Büro- und Geschäftshaus
Neumarkt 18 · Altstadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6645 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Büro- und Geschäftshaus |
| Adresse | Neumarkt 18, 50667 Köln |
| Baujahr | um 1951 bis 1952 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 28.10.1992 |
| Stadtteil | Altstadt/Süd |
Erbaut um 1951/52, 5 Geschosse, Zwischengeschoß, zurückgesetztes Dachgeschoß, Flachdach, Passage im EG teilweise verändert (u. a. neuerer Mittelzugang statt dem rechten Seiteneingang), fassadenbreiter Balkon mit originalem Brüstungsgitter im 1. Obergeschoß; Rasterfassade mit Muschelkalkverblendung (im EG, Zwischengeschoß und Dachgeschoß verändert, Gesims am oberen Abschluß des 4. OGs mit neuerer Verkleidung); Fenster weitgehend verändert, Fenstertüren (mit originalem Gitterschutz) in Originalteilung erneuert, Ladentür verändert, Haustür weitgehend original. Rückseite mit seitlichem Anbau und erdgeschossiger Hofüberbauung (hier Verdachung aus einer Stahl-Glas-Konstruktion in Walm- sowie Zeltdachform in Anlehnung an den ursprünglichen Zustand erneuert); fast fassadenhohe, durch Sprossen gegliederte originale Verglasung im Winkel zum Seitenhaus (Verbindungsgänge), neuere balkonartige Ausbauten (Fluchtweg), Fassaden verputzt, Fenster größtenteils verändert. Im Innern ist von denkmalpflegerischer Relevanz: im Treppenhaus weitgehend Bodenbelag mit Kunststeinfliesen; Kunststeintreppe, teilweise mit Metallgeländer - im EG einen dekorativen "Antrittspfosten" bildend - sowie mit durchgehendem Mipolamhandlauf; weitgehend durch Sprossen gegliederte Verglasung (zum vorgebauten Verbindungstrakt); einige Türen.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges, gelangen als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr in das Interesse der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Anzahl Bauten von hoher baukünstlerischer Qualität, von den Architekten oft im Sinne eines "Gesamtkunstwerkes" durchgestaltet und in Beziehung zu einem neuen städtebaulichen Gesamtkonzept entworfen. Der Wiederaufbau des Neumarktes erfolgte besonders an seiner Nord-, West- und Ostseite weitgehend einheitlich. Ein besonders wichtiges Kriterium war hierbei die Fassadengestaltung in Werkstein, die, unter Bezugnahme auf die die Westseite dominierende romanische Kirche St. Aposteln, bereits in den 1930er Jahren Bestandteil der Planungen war. Das um 1951/52 als Büro- und Geschäftshaus errichtete o. g. Gebäude ist integraler Bestandteil der zum großen Teil in den 50er Jahren neu gestalteten Nordseite des Neumarktes. Es bildet den direkten Anschluß an den Gebäudekomplex der Kreissparkasse, der hier bereits seit 1948 realisiert wurde. Dabei hebt sich das o. g. Objekt durch eine überwiegend in Glas aufgelöste Natursteinfassade besonders hervor. Im wesentlichen auf das Konstruktionsgerüst reduziert, bildet sie ein schmales Raster, in das Fenster bzw. Fenstertüren eingefügt worden sind. Erd- und Zwischengeschoß sind zu einer gestalterischen Einheit zusammengefaßt worden, die im fassadenbreiten Balkon des 1. Obergeschosses ihren Abschluß findet. Dessen Brüstungsgitter wie auch der Gitterschutz der Fenstertüren setzen auflockernde dekorative Akzente. Trotz einiger Veränderungen ist das o. g. Objekt, das noch über seine, nur in Teilen abgewandelte Passage verfügt, unbedingt erhaltenswert. Als besonders qualitätvolles Zeugnis der Nachkriegsarchitektur wird es somit, auch im Hinblick auf das bestehende Ensemble, zum unverzichtbaren Dokument für den Wiederaufbau des Neumarktes.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0