Büro- und Geschäftshaus
Große Budengasse 10 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6750 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Büro- und Geschäftshaus |
| Adresse | Große Budengasse 10, 50667 Köln |
| Baujahr | 1960 bis 1961 |
| Architekt / Planung | Wilhelm Koep, Rudolf Koep |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 05.03.1993 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
1960/61 durch die Architekten Wilhelm und Rudolf Koep auf dem Eckgrundstück Unter Goldschmied/Große Budengasse erbaut; 5geschossiger Stahlbetonskelettbau mit zurückgesetztem Erdgeschoß und Kolonnaden am Straßenzug Unter Goldschmied; an der Großen Budengasse mit vorspringendem, ursprünglich insgesamt nur 4geschossigen Gebäudeteil (heute im Zuge der Errichtung des hieran anschließenden Erweiterungsbaus um 1974 durch ein zurückgesetztes Dachgeschoß verändert); Flachdächer (neuerer Dachaufbau auf dem Baukörper an Unter Goldschmied); den Haupteingang einbeziehendes Kragdach über dem Erdgeschoß (Große Budengasse); Backsteinfassaden mit Betonbändern in den Geschoßebenen (ehemals Sichtbeton - heute gestrichen); Fenster im EG sowie Treppenhausverglasung mit Glasbausteinen weitgehend original, sonst Fenster verändert; in einen kleinen Vorbau integrierte Haupteingangstür sowie Ladentüren weitgehend original. Rückseiten durch neuere Metallverblendung verändert, Fenster größtenteils verändert. Im Innern original erhalten: im Treppenhaus Kunststeinfliesenboden, Treppe mit Kunststeinbelag, dekorativem Metallgeländer und hierin integrierten Sekuritglasscheiben; weitgehend Fahrstuhltüren mit kreisförmigen Fensteröffnungen. Bestandteil des Denkmals ist auch der rückwärtige 1geschossige Anbau in Backstein mit Flachdachabschluß. Nicht zum Denkmal gehört der um 1974 errichtete Erweiterungsbau (mit Durchfahrt) an der Großen Budengasse.
Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges, geraten als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr in das Interesse der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Anzahl Bauten von hoher baukünstlerischer Qualität, von den Architekten oft im Sinne eines "Gesamtkunstwerkes" durchgestaltet. Das o. g. Objekt wurde 1960/61 durch die Architekten Wilhelm und Rudolf Koep auf dem Eckgrundstück Große Budengasse/Unter Goldschmied realisiert. Dabei setzt das für die Thuringia Versicherungs AG errichtete Büro- und Geschäftshaus die architektonische Gestaltung des hier kurz zuvor durch dieselben Architekten entstandenen Nachbarbaus der Kölner Bürgergesellschaft fort. Während der Baukörper am Straßenzug Unter Goldschmied die Traufhöhe sowie das zurückgesetzte Erdgeschoß mit Kolonnade übernimmt, springt der an der Großen Budengasse angegliederte, ursprünglich ein Geschoß niedrigere Gebäudeteil - heute mit zurückgesetztem 4. Obergeschoß - aus der Bauflucht vor. Hier im Winkel liegt der etwas vorgezogene Haupteingang, der durch eine, am niedrigeren Baukörper weitergeführte Kragplatte zusätzlich akzentuiert wird. Die Fassadengestaltung des in Stahlbetonskelettbauweise errichteten o. g. Objekts entspricht sowohl durch die Klinkerausmauerung als auch durch die Weiterführung der Sichtbetonbänder (heute gestrichen) im wesentlichen dem Gebäude der Bürgergesellschaft. Zusammen mit diesem ist hier, an prominenter Stelle der Stadt unmittelbar gegenüber der Rathaus-Baugruppe, ein homogener Baublock ganz im Sinne der sachlichen Moderne entstanden, wobei schon durch die Wahl des Fassadenmaterials eine enge Anbindung an den Rathauskomplex gegeben ist. Das o. g. Objekt, das darüber hinaus auch den baulichen Abschluß des Theo-Burauen-Platzes bildet, ist somit als integraler Bestandteil dieses hochrangigen Ensembles qualitätvoller Nachkriegsarchitektur ein unverzichtbares Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0