ehem. Pfarrhaus

Weilerstraße 53 · Esch/Auweiler

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6797
Typ Gebäude-Denkmal
Bezeichnungehem. Pfarrhaus
Adresse Weilerstraße 53, 50765 Köln
Baujahr1866
Eigentumkirchliches Eigentum
Eingetragen seit 13.04.1993
Stadtteil Esch/Auweiler

1866 erbaut; freistehendes 2geschossiges Wohnhaus mit 1-2geschossigen Anbauten an der Nordfassade, 3 Achsen, Satteldach, ausgebautes Dachgeschoß, Backsteinfassade mit Gliederung, flacher Risalit in der Mittelachse (urspr. mit bekrönendem Ziergiebel), Wandöffnungen im EG mit Rundbogenabschluß, im OG Segmentbogenfenster, Sohlbänke aus Basalt, im EG aufwendig ornamentierte Fenstervergitterungen, im OG Rolladenkästen mit ornamentierter Blechverblendung. Fenster und Haustür verändert, Südliche Giebelfassade neu verputzt, im EG und Giebel neue Fenster mit Rundbogenabschluß, ein Fenster im EG zugemauert. Nördliche Giebelseite mit neuer Putzfassade und Rundbogenfenster im Giebeldreieck. Im Innern original erhalten: historischer Tonfliesenboden im Flur, Rundbogen zwischen Vestibül und Treppenhaus, hölzerne Treppenanlage mit Antrittspfosten und gedrechseltem Geländer, zahlreiche Zimmertüren mit Rahmen, die meisten Dielenböden; Gewölbekeller. Rückseite: Putzfassade mit Gliederungen, im EG Rundbogenfenster, im OG Stichbogenfenster, in der Mittelachse anschließender historischer Wintergarten mit Holzbinderkonstruktion und Walmdach.

Zum Denkmal gehören auch der auf diesem Grundstück erhaltene Teil der backsteinsichtigen Einfriedungsmauer.

Nicht zum Denkmal gehören die 1-2geschossigen seitlichen Anbauten und die Garage.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Das über 1000 Jahre alte Esch zählt mit seiner zahlreich erhaltenen historischen Bausubstanz und seiner im Kernbereich gut ablesbaren Dorfstruktur zu den wenigen noch dörflich geprägten Ortschaften innerhalb der Stadt Köln. Einmalig ist die Ensemblewirkung von Kirche, Friedhof, alter Schule, Vikarie sowie den zahlreichen Groß- und Kleingehöften und Landarbeiterhäusern.

Innerhalb dieses großen Ensembles bildet das obige Haus Weilerstr. 53 einen ortsgeschichtlich wie auch städtebaulich wichtigen integralen Bestandteil. Es handelt sich um eines der Escher Pfarrhäuser, welches 1866 am nördlichen Ende der Weilerstraße unmittelbar neben dem alten Pfarrhausgarten auf dem zur Escher Schule und zur Küsterei gehörigen Gartengelände errichtet wurde. Es ist zudem bauliches Zeugnis aus der Zeit des bekannten Escher Pfarrers Theodor Edmund Richen (Richen-Chronik), der als erster großer Bauherr der Pfarrei Esch im 19. Jahrhundert gilt. Unter ihm wurden nicht nur die Schule an der Weilerstraße und dieses Pfarrhaus erbaut, die Kirche St. Mauritius erhielt unter ihm auch ihre erste grundlegende Renovierung.

Seiner Funktion als Pfarrhaus entsprechend erhielt das Haus Weilerstr. 53 durch Friese, Lisenen, Wandvorlagen und Fensterbekrönungen eine vergleichsweise reiche Fassadengestaltung, wobei die Achsensymmetrie, die durch den ursprünglichen Ziergiebel in der Mittelachse noch deutlicher betont worden war, den Einfluß der klassizistischen preußischen Architektur des 19. Jahrhunderts widerspiegelt. Die Rundbogenöffnungen mit aufwendig gestalteten schmiedeeisernen Fenstervergitterungen im Erdgeschoß bilden darüber hinaus ein markantes Schmuckelement der Fassade. Zwei gemauerte Kreuze in den seitlichen Dachgesimsabschlüssen verdeutlichen baukünstlerisch den kirchlichen Bezug des Hauses. Städtebaulich ergibt er sich durch die Nähe des Pfarrhauses zum Kirchhof, wobei der Garten an das Kirchengelände angrenzte und früher ein Zugang vom Pfarrgarten zum Kirchhof bestand.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0