Wohn- u. Geschäftshaus
Dellbrücker Hauptstraße 157 · Dellbrück
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6810 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Dellbrücker Hauptstraße 157, 51069 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 30.04.1993 |
| Stadtteil | Dellbrück |
Um 1905 erbaut; 2 Geschosse, 1 Giebelgeschoß in der Mittelachse, 3 Achsen, Mittelachse durch flache Wandvorlage im 1. OG betont, Mansarddach mit später eingebauten Gauben, Putzfassade mit sparsamer Stuckgliederung in Anklängen an den Jugendstil. EG verändert, Fenster und Haustür in der Hofdurchfahrt verändert. Im Innern original erhalten: im Flur rote und weiße sechseckige Terrakottafliesen, Differenzstufe in rotem Terrazzo, Holztreppe, Geländer mit gedrechselten Stäben (bis zum Dachgeschoß) und geschwungene Antrittswange.
Rückseite: Putzfassade, Fenster verändert, Gauben neueren Datums, späterer Ausbau in der südlichen Achse mit aufgesetztem Balkon.
Wirtschaftsgebäude: rückwärtig parallel zum Vorderhaus gelegen, 1geschossig, Satteldach, Putzfassade an Vorder- und Rückfront, Toreinfahrt und Durchgang zum rückwärtigen Garten mit Segmentbogen, altes 2flügeliges Holztor, Rechteckfenster mit Metallsprossierung.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Dellbrück - erstmalig urkundlich im Jahre 1636 als Flurbezeichnung im Thielenbruch belegt - war noch 1900 abgesehen von wenigen Mühlenhöfen (Strunden, Thurn) kaum besiedelt.
Die eigentlich stadtkölnisch beeinflußte Siedlungsentwicklung Dellbrücks setzte erst um die Jahrhundertwende ein, nachdem 1868 eine Anbindung an die Stadt Köln durch die "Zweigbahn Mülheim-Bergisch Gladbach" hergestellt worden war und diese zur Ansiedlung von Industriebetrieben und zum Siedlungsausbau besonders entlang der Bergisch Gladbacher Straße und der Dellbrücker Hauptstraße führte.
Während die Dellbrücker Hauptstraße in dem südlichen Teilstück den ursprünglich unregelmäßigen Verlauf des ehemaligen Flurweges beibehalten hat, ist das nördliche Teilstück beiderseits der Bergisch Gladbacher Straße begradigt. Die denkmalwerten Bauten dieses nördlichen Bereichs, zu denen das obige Wohn- und Geschäftshaus gehört, stammen aus der Zeit der Jahrhundertwende bis zum Ersten Weltkrieg. Bauhistorisch ist das Haus ein für diese Straße charakteristisches vorstädtisches Wohn- und Geschäftsgebäude, dessen 2geschossige Fassade mit sparsamem Stuckzierrat in Anklängen an den Jugendstil gestaltet ist. Ein spitzkantig gebrochener Ziergiebel bildet den oberen schmückenden Fassadenabschluß, ein gestalterisches Element, welches bei anderen Häusern der Straße (z. B. Nr. 35, 137, 146, 148) ebenfalls anzutreffen ist. Hinsichtlich seiner längeren Fassadenbreite orientiert sich das Haus jedoch noch an die ländliche Bauweise.
Vor allem städtebaulich ist das Haus Nr. 157 als Teil des Ensembles der historischen Bebauung der Dellbrücker Hauptstraße erhaltenswert. In Maß, Proportion und Stil trägt es gerade gegenüber den eingestreuten Neubauten zur Veranschaulichung des historischen vorstädtischen Straßenbildes der Haupt- und Geschäftsstraße Dellbrücks bei und wird auch deshalb zu einem unverzichtbaren Denkmal.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0