Wohnhaus
Lütticher Straße 53 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6812 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Lütticher Straße 53, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1903 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 30.04.1993 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Erbaut um 1903, 4 Geschosse, Souterrain, ausgebautes Dachgeschoß mit 3 neueren Gauben, 3 Achsen, flache Wandvorlage sowie davorliegender Risalit in der Mittelachse, Putzfassade mit Quaderung und Stuckgliederungen im Stil des Historismus, Fenster verändert, Souterrainfenster mit originalen schmiedeeisernen Gittern, Haustür mit der Terrazzotreppe weitgehend original, ältere Holztür im Souterrain. Rückseite und seitlicher Anbau (teilweise verändert) weitgehend in zweifarbigem Klinker, Balkone (mit originalem schmiedeeisernen Brüstungsgitter), Fenster und Türen weitgehend verändert. Im Innern original erhalten: im Vestibül Marmorboden, Marmortreppe, jeweils Holzhandlauf mit schmiedeeiserner Halterung an der Wand, weitgehend Marmorvertäfelung der Wand in der Sockelzone; im Flur Marmorboden (Hp), Terrazzotreppe mit schmiedeeisernem Geländer und Holzhandlauf, Holztreppe (mit Holzhandlauf an der Wand) in den Keller.
Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend, legt sie sich - mit der Ringstraße als Kernstück - halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringstraße zwischen Gladbacher und Zülpicher Straße das sog. "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fassadengestaltung. Die von der Flandrischen Straße zur Moltkestraße führende Lütticher Straße wurde im wesentlichen um 1895/97 bebaut. Das zu Beginn dieses Jahrhunderts, um 1903, errichtete Haus Nr. 53 gehört zu den wenigen, in diesem Abschnitt der Straße erhaltenen Zeugnissen der Erstbebauung. Es hebt sich durch seine axialsymmetrische architektonische Gestaltung mit markantem Mittelrisalit besonders hervor. Auffällig ist eine bereits flächigere Fassadenbehandlung mit durchgehender Quaderung, wobei das Souterrain Sockelfunktion erhält. Durch reicheren Stuckdekor im Stil des Historismus ist das 1. Obergeschoß, wo sich einst die Beletage mit den Repräsentationsräumen befand, stärker akzentuiert worden. Das o. g. Objekt, das ursprünglich - wie die meisten Häuser an der Lütticher Straße - einen Vorgarten besaß, ist somit unbedingt erhaltenswert. Noch heute gibt es Aufschluß über die gehobenen Ansprüche seiner einstigen Bewohner und wird, auch im Hinblick auf das bestehende Ensemble, zum unverzichtbaren Dokument, das das historische Erscheinungsbild der Straße und des Viertels bewahrt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0