Wohnhaus

Lütticher Straße 66 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4250
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Lütticher Straße 66, 50674 Köln
Baujahrum 1895
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 11.08.1987
Stadtteil Neustadt/Nord

Das Gebäude wurde um 1895 errichtet. Baugeschichtlich bedeutend ist das 4-geschossige, 3-achsige Traufenhaus mit 4-geschossigem Erker und beidseitig angrenzenden Balkonen aufgrund seiner Zugehörigkeit zu einer im Renaissancestil gehaltenen, streng gegliederten und sparsam dekorierten Stuckfassade, dessen Gliederung durch Fugenschnitt, Sohlbankgesimse und Traufgesims, sowie durch profilierte gerade, in den Ecken geschweifte, oder stichbogige Fensterrahmung erfolgt. Im EG und im 4. OG wird die Rahmung durch Keilsteine betont. Das Brüstungsfeld des Erkers im 1. OG ist mit geometrischen Aufsätzen dekoriert. Insgesamt verdeutlicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes. Im Innern des Hauses ist an originalen Ausstattungsteilen noch erhalten: inkrustierter Terrazzoboden mit Einlegearbeit, zum Teil Deckenstuck in den Wohnungen (zum Beispiel 1. OG), Buntglasfenster im Treppenaufgang.

Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohnhaus, da es die Erstbebauung des westlichen Gebietes des ehemaligen Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der Neustadt dokumentiert. Die Bebauung nach dem von J. Stübben 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen dem Friesenwall und den preußischen Befestigungsanlagen ein Netz von Straßen mit jeweils unterschiedlicher sozialer Bestimmung entstehen. In der Lütticher Straße entstanden vor allem Wohn- und Geschäftshäuser für Bewohner mit mittleren bis gehobenen Wohnansprüchen. Das Grundkonzept der Architektur entspricht der von wohlhabenden Bürgern bevorzugten Wohngegend des sog. Belgischen Viertels. Entsprechend wurde der Straßenraum durch Vorgärten ungewöhnlich breit angelegt, wodurch die meist 4-geschossigen, mit Souterrain und Giebelgeschoß ausgestatteten Gebäude eine entsprechend eindrucksvolle Gestaltung erfuhren.

Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als unverzichtbarer Teil eines zusammengehörigen architektonisch fast gleich gestalteten Doppelhauses. Mit dem Haus Nr. 53 dokumentiert das Objekt die einzige historische Bebauung zwischen Brüsseler- und Moltkestraße.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0