Wohnhaus

Wißmannstraße 37 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6843
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Wißmannstraße 37, 50823 Köln
Baujahr1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 08.06.1993
Stadtteil Ehrenfeld

1905 inschr. datiert. 3 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit zwei Gauben. Putzfassade mit Stuckgliederungen im Jugendstil. Sockel verändert, Haustür verändert, Fenster im 1. u. 2. OG original. Im Innern original erhalten: im Vestibül schwarz-rot gerahmter Terrazzoboden mit Mosaikkante und Mittelmotiv, im hinteren Flurbereich Terrazzoboden mit schlichter schwarzer Rahmung, Terrazzotreppe, Geländer mit gedrechselten Stäben und Antrittspfosten, Aborttüren (EG und auf den Zwischenetagen), einige Zimmertüren (z. B. im 1. OG). Rückseite: backsteinsichtig, Dachzone verändert (späterer Dachausbau), Treppenhausfenster original, andere Fenster späteren Datums (weitgehend mit originaler Sprossengliederung).

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Der Vorort Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Die Wißmannstraße, an der sich das o. g. Objekt befindet, wurde ab 1900 angelegt, um die letzte Freifläche des engeren Vorstadtbereichs nahe der Eisenbahnlinie zu schließen. Das Gebäude gehört zu den wenigen noch vorhandenen qualitätvollen Zeugnissen der Erstbebauung in diesem bis zur Kriegszerstörung nahezu geschlossenen Straßenzug. Gemeinsam mit dem Ensemble Nr. 31 bis Nr. 45 trägt es dazu bei, das historische Straßenbild zu veranschaulichen. Mit seiner nur geringfügig veränderten, im Vergleich zu benachbarten Gebäuden zeitgemäß im Jugendstil gestalteten Fassade gibt es Aufschluß über den Sozialstatus der Erstbewohnerschaft, der hier, im zur Subbelrather Straße gelegenen Teil der Wißmannstraße, höher war als in dem zur Stammstraße orientierten Straßenbereich. Ein markantes bauliches Element dieses Hauses und des Nachbargebäudes sind die beiden ungewöhnlich großen Gauben, deren Fenster nahezu die Höhe der übrigen Fenster erreichen. Sie weisen auf den Wohnraumbedarf hin, der in Ehrenfeld infolge des Bevölkerungszuwachses zur Zeit der Jahrhundertwende herrschte und häufig Dachausbauten der in den Nebenstraßen meist nur 3geschossigen Häuser zur Folge hatte. Auch in dieser Hinsicht wird das Gebäude somit zu einem unverzichtbaren Dokument der Ehrenfelder Stadtarchitektur im frühen 20. Jahrhundert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0