Wohnhaus

Breibergstraße 5 · Klettenberg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6954
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Breibergstraße 5, 50939 Köln
Baujahr1928 bis 1929
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 02.03.1993
Stadtteil Klettenberg

Erbaut 1928/29 von Architekt Ernst Scheidt, Bestandteil des 2 Straßenzüge (Breibergstr. 3 - 15, Klettenberggürtel 68 - 78) umfassenden Wohnblocks mit gemeinsam begrüntem Innenhof (in der Gestaltung verändert, ursprgl. u. a. mit Pergola ausgestattet). 4 Geschosse, 5 Achsen, Backsteinfassaden mit Gliederungen, oberstes Geschoß aus der Flucht zurückspringend mit Austritten (in Hausbreite); Hauseingang mit Rundbogenabschluß und (in den Obergeschossen) 2 Balkone (orig. Metallgeländer) auf der Mittelachse, 2 orig. Traufkästen, Sattel- bzw. Walmdach mit Gauben; orig. Haustür, Fenster erneuert. Rückfront: backsteinsichtig; mit Loggien und Balkonen geöffnet, Treppenhausachse hervorgehoben (hier noch orig. Fenster); z. T. orig. Traufkästen. Im Inneren original erhalten: im Eingangsbereich Terrazzoboden und -treppe, Wandfliesen, Messinghandlauf; im Treppenhaus Terrazzotreppe mit Metallgeländer und Holzhandlauf; Wohnungstüren. Bestandteil des Denkmals ist auch der Vorgarten (Einfriedung verändert).

Der Stadtteil Klettenberg ist erst nach der Jahrhundertwende im Anschluß an Sülz unter dem Einfluß der von England kommenden und in Deutschland früh weitergeführten Gartenstadtbewegung gegründet worden und umfaßt sowohl im stadtnahen Bereich Mietstockwerkbebauung für gehobene bis mittlere soziale Schichten als auch Eigenheime, deren Wert durch die umgebenden Parks (Klettenberg- und Beethoven-Park) erhöht wird. Die Gründerzeitbebauung - für Kölner Verhältnisse relativ geschlossen erhalten - wirkte maßstabsbildend für die genossenschaftlichen Wohnbauten der 20er Jahre. Sie wurden in den verbliebenen Baulücken und Freiflächen, die durch Aufhebung der Rayonbeschränkung bestanden, errichtet.

Ein Beispiel dieser Art ist der 1928/29 nach Entwürfen des Architekten Ernst Scheidt von der Gemeinnützigen Wohnungsbaugenossenschaft am Vorgebirgspark e. G. m. b. H. erstellte Wohnblock Breibergstr. 3 - 15/Klettenberggürtel 68 - 78, dem o. g. Objekt als integraler Bestandteil angehört. Zu beiden Seiten an ältere Bebauung anschließend - nur der Kopfbau Breibergstraße/Petersbergstraße ist ungefähr zeitgleich in Verbindung mit den weiteren, die Einmündung der Straßen betonenden Eckbauten entstanden - sind die beiden parallel verlaufenden Baublöcke vom Grundriß her gleichartig angelegt: bei nahezu axialsymmetrischem Aufbau werden die gestalterisch hervorgehobenen Mittelgebäude jeweils von niedrigeren aus der Flucht vorspringenden Flügelbauten flankiert. Dieser auf barocke Gestaltungsprinzipien zurückgehende Aufbau erfährt durch vorgelagerte spitzwinkelige Bauteile expressive Steigerung. Wesentlich bestimmt wird das Erscheinungsbild der Bauten durch das Baumaterial Backstein, das hier im Sinne der 20er Jahre in vielfältiger Weise ornamental verarbeitet wird. Expressionistisch gestaltete Brüstungsgitter, kubistische Reliefs über den Eingangstüren sowie die Werksteinplastiken vor den Rundtoren, aber auch die z. T. erhaltenen Einlauftrichter der Dachabläufe (Traufkästen) tragen zur dekorativen Gestaltung der Gebäude bei.

Im Gegensatz zur Straßenseite, die mit ihren flächenbündig eingesetzten Fenstern - der Verlust der ehemals horizontal gegliederten Sprossenfenster ist sehr zu bedauern - einen stark geschlossenen Eindruck aufweist, wird die durch betonte Treppenhausachsen strukturierte Rückfront mit Loggien und Balkonen zum gemeinsamen Innenhof geöffnet. Die ursprüngliche Anlage mit Schmuckgärten, Pergola und Spielplätzen ist leider nicht mehr vorhanden.

Aus sozialhistorischer Sicht liegt die Bedeutung der Siedlung darin, daß für finanziell besser gestellte Bevölkerungsschichten - es handelte sich hier vor allem um Beamte - auf genossenschaftlicher Basis Wohnungen errichtet wurden, die vom Wohnraumangebot auch heute noch gehobenen Wohnansprüchen gerecht werden. Die Wohnqualität wird durch die ruhigen Innenhöfe aber auch durch die gute Anbindung an die Innenstadt gesteigert. Die Mietshausblöcke weisen aus, wie Klettenberg durch die Wohnungsgesellschaften und Genossenschaften sowohl in seiner Sozialstruktur als auch architektonisch eine charakteristische Prägung erfahren hat. In einem traditionsgebundenen Baustil unter Einfluß zeitgenössischer expressionistischer Formen errichtet, ist die Wohnanlage zudem als Dokument der Architekturentwicklung im 20. Jahrhundert und als belegtes Werk des namhaften Kölner Architekten Ernst Scheidt von Bedeutung.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0