Wohnhaus

Rhodiusstraße 10 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6971
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Rhodiusstraße 10, 51065 Köln
Baujahrum 1910
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 18.11.1993
Stadtteil Mülheim

Um 1910 erbaut; freistehende Villa mit vorkragendem Walmdach; Sockelgeschoß, 2 Geschosse und ausgebautes Mansardgeschoß; 3:3 Achsen, straßenseitig (NW-Seite) Betonung der Mittelachse durch polygonalen Altan mit Rundbogenfenster und geschwungenem Giebel; Hauseingang auf SW-Seite über geradläufiger Treppe mit Verdachung auf Halbsäulen; Rückseite mit Loggia im OG; Putzfassaden mit Stuckgliederungen in Anklängen an den Neoklassizismus; Haustür original; Treppengeländer erneuert; Balkongeländer und Vergitterung der Sockelgeschoßfenster original; Fenster erneuert (Ausnahme: 2 kleine originale Fenster der Eingangsseite in EG und OG mit Bleiverglasung bzw. Rahmung mit gerundeten Ecken). Rückwärtiger Anbau auf sechseckigem Grundriß ist integraler Bestandteil des Denkmals: Sockelgeschoß mit 2 großen seitlichen Tordurchfahrten und 1 Geschoß (ehemaliger Wintergarten), Putzfassaden mit Stuckgliederungen, dreiseitig große Fenster erneuert. Vorgarten und umgebende Freifläche; straßenseitige Einfriedungsmauer mit 4 Pfeilern (z. T. verändert) und erneuertem Gitter und Tor; Backsteinmauer auf der SW-Seite. Im Inneren original erhalten: Im Vestibül und Treppenhaus Parkettboden, hölzerne halbhohe Wandtäfelung mit Schnitzereien, dreiläufig gebrochene Treppenanlage aus Holz mit geschnitztem Antrittspfosten, getäfelten Wangen, durchbrochener Geländerbrüstung und Stützsäule im OG, Geländer zum Dachgeschoß erneuert, im EG Kassettendecke aus Stuck; Raumaufteilung in EG und OG, teils im Dachgeschoß, mit allen Zimmertüren (z. T. große Schiebetüren mit Schnitzereien), Wandtäfelungen und Fußleisten aus Holz, Stuckdecken; im ehemaligen Wintergartenanbau Rundbogennischen in den Ecken; in ehemaliger Küche im Sockelgeschoß zweifarbiger Fliesenboden und halbhohe Wandfliesen mit Ornamentstreifen, Speisekammer.

Seit etwa 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Die Rhodiusstraße liegt in dem stark durchgrünten Wohnbereich zwischen Stadtgarten und den beiden Mülheimer Friedhöfen, deren nördlicher Teil zwischen Frankfurter Straße und Eulenbergstraße die zuletzt erfolgte bauliche Auffüllung des Mülheimer Stadtbereichs innerhalb der heutigen Eisenbahnlinien darstellt. Auf der rechten Straßenseite entstand in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts eine Villenbebauung, für die das Gebäude Rhodiusstraße 10 charakteristisch ist. Die um 1910 vorwiegend im Jugendstil, aber auch mit deutlichen Elementen des Klassizismus (Kolossalpilaster, Portal) gestaltete Villa ist im Außenbau wie im Inneren - abgesehen von den erneuerten Fenstern - durch außerordentlich gute und weitgehend original erhaltene Substanz gekennzeichnet. Als Wohnsitz für obere Bevölkerungsschichten errichtet, weist das Gebäude wesentliche, die gesellschaftliche Position der Bewohner spiegelnde Merkmale auf, wie etwa die repräsentative straßenseitige Fassade mit Altan, detailreicher Gliederung, Rundbogenfenstern und rustiziertem Sockel, dergegenüber der rückwärtige Teil in schlichteren Formen durch den privaten Bereich geprägt ist, mit ehemals wohl als Wintergarten genutztem Anbau, den ursprünglich ein Garten umgab. Das Villengebäude Rhodiusstraße 10 ist typisch für die Erstbebauung der Straße und deshalb in ortsgeschichtlicher Hinsicht, aber auch wegen seiner qualitätvollen Gestaltung und Ausstattung ein unverzichtbares Denkmal, das unbedingt zu erhalten ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0