Wohnhaus

Rhodiusstraße 18 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1208
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Rhodiusstraße 18, 51065 Köln
Baujahr1925
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 01.12.1982
Stadtteil Mülheim

1925 inschriftlich datiert (Kamin), Architekt H. Kürten. Freistehende, zweigeschossige Villa, fünf Achsen, Putzfassade mit Werksteingliederung, Säulenportikus mit Balkon, schiefergedecktes Walmdach mit Gauben nach Originalplänen rekonstruiert, ausgebautes Dachgeschoß, Haustüren original, Sprossenfenster nach historischem Vorbild erneuert, originale Fenstervergitterungen im Erdgeschoß. Neuer Zugang zum Obergeschoß und Dachgeschoß durch seitlichen, neuen Treppenturm.

Im Inneren original erhalten: Kölner Decke, Kamin, Stuckdekken, Hohlkehlendecken, Zimmertüren und Laibungen; Solnhofer Fliesen, Wand- und Bodenfliesen, vergitterte Nischen mit Leuchtern, Heizkörperverkleidungen, Parkettböden, Holztreppe mit Metallstäben und Antrittspfosten, Fußleisten, Wandschrank (Obergeschoß), Rundnische (Obergeschoß), Rundbogen.

Rückseite: Putzfassade mit Werksteingliederung, Dachgauben nach originalen Plänen wieder hergestellt, polygonaler Standerker mit Balkon, Terrasse. Originale Gartenanlage. Straßenwärts originale Einfriedung.

Nicht zum Denkmal gehören: Der separat stehende, transparente Treppenturm und der überdachte Pkw-Stellplatz.

Das Haus Rhodiusstraße 18 wurde 1925 durch Mülheimer Architekten H. Kürten für den Gutsverwalter des Grafen von Stammheim erbaut. Es handelt sich um eine Villa, die baukünstlerisch sowohl neuklassizistisches als auch expressionistisches Formengut aufweist. Die "Kölner Decke" in der Eingangshalle zeigt darüber hinaus die Verwendung auch spezifisch kölnischer Architekturelemente. Das Haus ist integraler Bestandteil einer Gruppe von Villen (Nr. 6-8, 10, 14, 20), die zwischen 1910 und 1930 u.a. von bekannten Kölner Architekten wie Martin Elsaesser (Nr. 20) und Theodor Merrill (Nr. 6 - 8) errichtet wurden.

Das o.g. Objekt bildet somit ein wertvolles Dokument des in seinen architektonischen Formen so vielfältigen Einfamilienhausbaus der zwanziger Jahre dieses Jahrhunderts. Besonderen Denkmalwert erhält die Villa durch die in zahlreichen Details erhaltene, originale Innenausstattung.

Die Rekonstruktion des im Krieg zerstörten Dachs nach historischen Plänen trug dazu bei, auch sein äußeres Erscheinungsbild dem Original entsprechend wieder herzustellen. Städtebaulich ist das Haus integraler Bestandteil einer in unmittelbarer Nähe zum Zentrum gelegenen Wohnstraße mit Allee-Charakter, welche ursprünglich in geschlossener Zeilenbauweise geplant, ab 1890 zunächst nur einseitig mit aufwendig gestalteten Häusern im Stil des Historismus bebaut wurde. Von diesen Bauten der gehobenen Mülheimer Bürgerschicht haben sich nur noch vereinzelt Beispiele erhalten. Die gegenüber liegende Straßenseite wurde erst ab 1910 mit neoklassizistischen, aber auch modernen, individuell gestalteten Einfamilienhäusern bebaut.

Zusammen mit den Häusern (5-11, 2, 16) an der benachbarten Elisabeth-Breuer-Straße hat sich somit ein Gebäudeensemble erhalten, das die Anlage eines Villenviertels in der durch die industrielle Entwicklung reich gewordenen Stadt Mülheim dokumentiert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0