Wohnhaus

Frangenheimstraße 21 · Lindenthal

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6993
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Frangenheimstraße 21, 50931 Köln
Baujahr1957
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 06.12.1993
Stadtteil Lindenthal

Erbaut 1957 von Architekt Hans Schumacher, 4 Geschosse und Staffelgeschoß, 5 Achsen; Stahlbetonskelettbau mit sichtbarem Betonraster, Ausfachung mit zweifarbigen quadratischen Klinkern; Staffelgeschoß ursprünglich mit Wellblechverkleidung (später neu verputzt), durchlaufende Terrasse mit dekorativem Brüstungsgeländer; mittiger Hauseingang aus der Bauflucht zurückspringend, originale Haustür (Holz/Glas) und verglaste Felder zu beiden Seiten, Natursteinboden im Eingangsbereich; 4 Garagen im EG; Fenster verändert. Rückfront: 4 Achsen, äußere Achsen mit leicht aus der Flucht vorkragenden Loggien (dekoratives Geländer), im Staffelgeschoß durchlaufende Terrasse mit dekorativem Brüstungsgeländer.

Im Inneren original erhalten: im Eingangsbereich und Diele Natursteinboden, 2. Haustür; Treppe mit Linoleumbelag, Metallgeländer und Mipolamhandlauf.

Rückwärtiger Garten.

Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges, erlangen als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr das Interesse der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Anzahl Bauten von hoher baukünstlerischer Qualität, von den Architekten oft im Sinne eines "Gesamtkunstwerkes" durchgestaltet und in Beziehung zu einem neuen städtebaulichen Gesamtkonzept entworfen. O. g. Gebäude - 1957 nach Plänen des Architekten Hans Schumacher errichtet - ist integraler Bestandteil der im wesentlichen in den 50er Jahren entstandenen Zeilenbebauung Frangenheimer Straße, die in bezug auf Geschoßhöhe und Gebäudetiefe einheitlichen Vorgaben folgt. So wurde das Mehrfamilienhaus ebenso wie die Nachbargebäude mit Staffelgeschoß und durchlaufender Terrasse ausgebildet; das Erdgeschoß nimmt Garagen und Wirtschaftsräume auf, während sich in den oberen Geschossen die Wohneinheiten befinden. In Konstruktion und Fassadengestaltung hebt sich der Schumacher'sche Bau innerhalb der Häuserzeile mit eher traditionellen Mauerwerksbauten deutlich hervor: Das straßenseitig tragende Betonskelett - es handelt sich um einen kombinierten Mauerwerks- und Stahlbetonbau - wird nicht verschleiert, sondern trägt wesentlich zur Gestaltung der Straßenfassade bei. Es bildet ein Raster, dessen Felder mit verschiedenfarbigen Klinkern verkleidet wurden. Durch die starke Farbigkeit - neben den hellen Blautönen der Klinker war das Betonraster gelb und die Fensterrahmen weiß/blau abgesetzt - und die an Vorder- und Rückfront individuell gestalteten Brüstungsgeländer wird eine für die Zeit typische dekorative Wirkung erzeugt. Charakteristisch für den 'Stil novo' ist auch das bewegte Linienspiel der Haustür - ebenfalls auf einem Entwurf des Architekten beruhend - sowie die exponierte Treppenanlage im Kern des Hauses. Das Wohnhaus, in dem der bekannte Kölner Architekt selber lange Zeit die DachgeschoßWohnung bewohnte, macht in anschaulicher Weise die Bauauffassung der 50er Jahre deutlich, wobei es in diesem Viertel mit der ebenfalls von Schumacher erbauten Pädagogischen Hochschule zu den qualitätsmäßig herausragenden Gebäuden dieser Bauepoche zählt. Es wird somit zu einem unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0