Wohnhaus
Floriansgasse 17 · Weidenpesch
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7030 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Floriansgasse 17, 50737 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 24.01.1994 |
| Stadtteil | Weidenpesch |
Um 1905 erbaut; 2 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß; 2 Achsen, Betonung der linken Achse durch Erker mit bekrönendem Balkon im OG und Giebel, rechte Achse mit dahinterliegendem Treppenhaus in versetzt angeordneten Geschoßebenen; Putzfassade mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an den Jugendstil; Hauseingang stichbogig mit originaler Haustür; Fensteröffnungen unterschiedlich geformt mit größtenteils originalen Fenstern, teilweise originale Fenstergitter (EG und Keller).
Rückseite: Fassade backsteinsichtig mit Dachgesimsgliederung, Fenster teilweise original; neuerer eingeschossiger Anbau ist nicht Bestandteil des Denkmals; allseitige Einfriedungsmauern (backsteinsichtig, teils verputzt).
Im Inneren original erhalten: Im Eingangsbereich ornamentierter Fliesenboden, Terrazzotreppe und Deckenstuck; im Treppenhaus ornamentierter Fliesenboden und Holztreppe mit hölzernem Geländer und geschnitztem Antrittspfosten, Aborttüren auf den Absätzen; offene Rundbögen zu den Wohnetagen; in den Wohnräumen ornamentierter Fliesenboden (Flur und Küche im EG), Holzdielenböden, Zimmertüren, Deckenstuck, Einbauschrank (EG).
Die Ortsbezeichnung Weidenpesch erhielt das frühere Merheim erst 1952 zur Vermeidung einer Verwechslung mit dem rechtsrheinischen Merheim. Der urkundlich auf das Mittelalter zurückgehende Ort gehörte seit 1794 zur Bürgermeisterei Longerich und wurde 1888 nach Köln eingemeindet. Von der ursprünglich ländlich geprägten Siedlung haben sich außer der Straßenführung im ehemaligen Ortskern östlich der Neusser Straße nur Reste der dörflichen Bebauung erhalten. Nach der Eingemeindung nach Köln und nachdem durch die Anlage der Pferderennbahn im Bereich des ortsbezeichnenden Weidenpescher Hofes 1898 das ehemals feuchte Gelände östlich der Neusser Straße erschlossen worden war, begann der Ausbau zum vorstädtischen Wohnort. Aus dieser Zeit um die Jahrhundertwende und kurz danach stammen einige noch erhaltene Mietwohnhäuser entlang der Neusser Straße. Die beiden Häuser Floriansgasse Nr. 13 und 17 dokumentieren ebenfalls diese Phase der Ortsentwicklung. Der Bautypus der mit zwei bis drei Geschossen relativ niedrig gehaltenen Häuser mit offenen Zugängen zwischen Treppenhaus und Wohnungen verdeutlicht die Herkunft vom Einfamilienhaus kleimaßstäbigen Charakters. Die Fassade des Hauses Nr. 17, die individuell in repräsentativen Jugendstilformen gestaltet ist, verleiht diesem auch in baukünstlerischer Hinsicht Bedeutung. Darüber hinaus ist das Gebäude insgesamt durch weitgehend originale Substanz der inneren Ausstattung und der Fassade einschließlich der Haustür und der Mehrheit der Fenster sowie der rückwärtigen Garteneinfriedung ausgezeichnet. Das o. g. Objekt ist deshalb ein unverzichtbares Zeugnis für das historische Erscheinungsbild der Straße und des gesamten Ortsteils, für das es heute nur noch wenige Beispiele gibt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0