Wohnhaus
Siebachstraße 64 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7046 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Siebachstraße 64, 50733 Köln |
| Baujahr | 1887 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 09.02.1994 |
| Stadtteil | Nippes |
Errichtet 1887 auf L-formigem Grundriß. 2 Geschosse, 3 Achsen, Satteldach; in der Mittelachse dominierende, in Anlehnung an Ädikulaformen gestaltete zweifenstrige Gaube mit Dreiecksgiebel. Fassade mit Horizontalgliederungen durch schlanke Gesimse ursprünglich steinsichtig in roten und gelben Klinkern, inzwischen angestrichen (überwiegend rot mit Gliederungen in Gelb); (Formziegel-)Rundstab-Rahmungen der stichbogigen Fensteröffnungen. Alle Fenster neu; Haustür im Holzwerk original. (Entstellende nachträgliche Kelleröffnung.)
Das Haus Siebachstr. 64 ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die bislang dörfliche Siedlung Nippes - als Bestandteil der Bürgermeisterei Longerich nach Köln eingemeindet 1888 - zu einem bedeutenden Industriestandort. Südlich der Zentral
Eisenbahnwerkstätten entstand seit den 1860er Jahren das neue Arbeiterviertel "Sechzig", als dessen östlichste Straße um 1870 die Siebachstraße angelegt wurde. Die das heutige Erscheinungsbild der schmalen Straße prägenden schlichten Wohn- und Geschäftshäuser des 19. Jahrhunderts stammen aber fast alle nicht aus der Frühzeit der "Sechzig", sondern aus den 1880er und 1890er Jahren. So entstanden in den Jahren 1887/88 auf der rechten Straßenseite zwischen Cranach- und Steinberger bzw. zwischen Steinberger und Wilhelmstraße die zweigeschossigen Dreifensterhäuser Nr. 56 - 64 und 76 - 82, deren erste Bewohner - überwiegend Handwerker, Arbeiter, kleine Angestellte und Beamte, zu jeweils zwei bis drei Parteien pro Haus - direkt oder indirekt von den Zentral-Eisenbahnwerkstätten lebten. Die schmucken Fassaden in gelben und roten Klinkern (heute z. T. angestrichen) mit der charakteristischen, Ädikula-Formen aufnehmenden Mittelgaube sind in beiden Ensembles nach einem einheitlichen Entwurf gestaltet, weichen bei jeweils gleicher Trauf-, Gesims- und Fensterhöhe nur im Zierrat geringfügig voneinander ab, wobei die Reihe Nr. 78 - 82 insgesamt etwas aufwendiger dekoriert wurde.
Das Haus Nr. 64, in der Architektur spiegelgleich dem Nachbarhaus Nr. 62, ist trotz manchen nachteiligen Veränderungen ein unverzichtbarer Bestandteil des Ensembles Nr. 56 - 64, das eine in sich geschlossene symmetrische Gruppe bildet.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0