Wohnhaus

Siebachstraße 58 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8519
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Siebachstraße 58, 50733 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 23.02.2001
Stadtteil Nippes

erbaut um 1890 (spiegelgleich mit Nr. 56); 3 Achsen, 2 Geschosse.

Backsteinfassade mit Gliederungen;

Satteldach mit großem, spitzgiebeligem Dachhaus mit 2 kleinen Fenstern; mit Formsteinen gerahmte Stichbogenfensteröffnungen; Traufgesims mit Fries; Stockwerksgesimse.

Veränderte, modernisierte Fenster, Rollladenkästen.

Eingang mit einer Stufe in linker Achse, veränderte, modernisierte Haustüre.

Eine Besichtung des Inneren sowie der hofseitigen Fassade und des Anbaus war nicht möglich. Dort ist weiterer denkmalwerter Bestand zu vermuten.

Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die bislang dörfliche Siedlung Nippes – mit der Bürgermeisterei Longerich nach Köln eingemeindet 1888 - zu einem bedeutenden Industriestandort. Südlich der Zentral-Eisenbahnwerkstätten entstand seit den 1860er Jahren das neu Arbeiterviertel „Sechzig", als dessen östlichste Straße um 1870 die Siebachstraße angelegt wurde. Die das heutige Erscheinungsbild der schmalen Straße prägenden schlichten Wohn- und Geschäftshäuser des 19. Jahrhunderts stammen aber fast alle nicht aus der Frühzeit des „Sechzig“, sondern aus den 1880er und 1890er Jahren. So entstanden in den Jahren 1887/88 auf der rechten Straßenseite zwischen Cranach- und Steinberger- bzw. zwischen Steinberger- und Wilhelm-Straße die zweigeschossigen Dreifensterhäuser Nr. 56-64 und 76-82, deren erste Bewohner - überwiegend Handwerker, Arbeiter, kleine Angestellte und Beamte, zu jeweils zwei bis drei Parteien pro Haus - direkt oder indirekt von den Zentral-Eisenbahnwerkstätten lebten.

Das Haus Siebachstr. 58 ist ein unverzichtbarer Bestandteil dieses im Erscheinungsbild im ganzen recht gut erhalten gebliebenen Ensembles. Zugleich ist das Haus ein wertvolles Dokument der langwierigen Entstehungsgeschichte des Quartiers um die Wilhelmstraße. Angelegt 1873/74, also eine der alten Straßen des modernen Nippes, hatte die ursprüngliche Wilhelmstraße lediglich Niehler und Neusser Straße miteinander verbunden. Erst Ende der 1890er Jahre begann der Ausbau einer Verlängerung über die Neusser Straße hinaus bis hin zur Merheimer Straße. Als letztes Stück entstand die Partie zwischen der seit 1900 als breite Alleestraße gestalteten Kempener und der Siebachstraße. Das Haus Siebachstraße 58 dokumentiert – zusammen mit dem spiegelgleichen Haus Nr. 56 - mit seiner schlichten Fassade den vorstädtischen Wohnbau des späten 19. Jahrhunderts für Personenkreise mit bescheideneren Ansprüchen. Es ist somit aus ortsgeschichtlichen, städtebaulichen und architekturgeschichtlichen Gründen zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0