Wohn- u. Geschäftshaus
Berliner Straße 46 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7083 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Berliner Straße 46, 51063 Köln |
| Baujahr | 1888 bis 1889 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 28.03.1994 |
| Stadtteil | Mülheim |
1888/89 erbaut (sog. Dreikaiserhaus); 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß; 2 ungleichwertige Achsen; Putzfassade mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an die Renaissance; Betonung der rechten Achse durch flachen Risalit und Fensterverdachungen mit Büsten der drei Kaiser des Jahres 1888 im 1. - 3. OG (Wilhelm I., Friedrich III., Wilhelm II.); Fenster erneuert; im 1. OG originale Halterung der Straßenbahnoberleitung; im EG Fugenschnitt (nach Entfernung einer späteren Wandverkleidung) und Laden mit 2 gußeisernen Stützen (Schaufenster und Tür erneuert); Haustür nach historischem Vorbild erneuert; Durchfahrt in rechter Achse. Rückseite: backsteinsichtig; originale Hoftür; Fenster erneuert; 4geschossiger, backsteinsichtiger Anbau mit erneuerten Fenstern; Treppenhaus zwischen Haus und Anbau mit seitlichen Loggien (originale Metallgeländer) und originalen Türen. Im Inneren original erhalten: Im Eingangsbereich ornamentierter Fliesenboden und Deckenstuck; im Treppenhaus ornamentierter Fliesenboden, geradläufige Holztreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten, Wohnungstüren; Türen zum Anbau und zu Loggien.
Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Zu dieser gründerzeitlichen Stadterweiterung Mülheims gehört auch der Bereich Berliner Straße, Schützenhof-, von-Sparr- und Hacketäuerstraße. Dort entstand ein in seiner Geschlossenheit noch heute wirkungsvolles Ensemble schlichter, zumeist viergeschossiger Mietstockwerkhäuser. Die Berliner Straße, früher Wermelskirchener Straße, besaß als wichtiger alter Handelsweg in Richtung Dünnwald und das Bergische Land im 19. Jahrhundert als verkehrsreiche Ausfallstraße besondere Bedeutung. Das o. g. Objekt entstand im Zuge der Erstbebauung in gemischter Nutzung mit Wohn- und Geschäftshäusern. Innerhalb der noch in großer Dichte erhaltenen historischen Bausubstanz der Straße besitzt das sog. Dreikaiserhaus besondere städtebauliche Bedeutung aufgrund der Kaiserbildnisse, die in Ausrichtung auf die gegenüber einmündende Schützenhofstraße in der rechten Gebäudeachse optische Akzente setzen. Darüber hinaus besitzen die Bildnisse als Äußerungen eines gründerzeitlichen Patriotismus in gesellschaftspolitischer Hinsicht Zeugniswert. Das o. g. Objekt ist deshalb als Dokument des historischen Erscheinungsbildes der Straße unverzichtbar und unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0