Wohn- u. Geschäftshaus

Berliner Straße 36 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7098
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Berliner Straße 36, 51063 Köln
Baujahrum 1880 bis 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 07.04.1994
Stadtteil Mülheim

Um 1880/90 erbaut; 3 Geschosse, EG verändert, später ausgebautes Dachgeschoß; 3 Achsen; Putzfassade mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an den Klassizismus; Haustür und Fenster erneuert. Rückseite: backsteinsichtig; Hoftür und Fenster erneuert; zweigeschossiger backsteinsichtiger Anbau mit erneuerten Fenstern. Im Inneren erneuertes Treppenhaus.

Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Zu dieser gründerzeitlichen Stadterweiterung Mülheims gehört auch der Bereich Berliner Straße, Schützenhof-, von-Sparr- und Hacketäuerstraße. Dort entstand ein in seiner Geschlossenheit noch heute wirkungsvolles Ensemble schlichter, zumeist viergeschossiger Mietstockwerkhäuser. Die Berliner Straße, früher Wermelskirchener Straße, besaß als wichtiger alter Handelsweg in Richtung Dünnwald und das Bergische Land im 19. Jahrhundert als verkehrsreiche Ausfallstraße besondere Bedeutung. Das o. g. Objekt entstand im Zuge der Erstbebauung in gemischter Nutzung mit Wohn- und Geschäftshäusern. Innerhalb der noch in großer Dichte erhaltenen historischen Bausubstanz der Straße trägt das o. g. Objekt als älteres Beispiel eines spätklassizistisch geprägten Hauses mit horizontal angelegter Fassadengestaltung, das in der Dreigeschossigkeit die Tradition des ehemals für Köln typischen sog. Dreifensterhauses fortsetzt, zur Charakterisierung der baulichen Entwicklung des Straßenzuges bei und dokumentiert dessen historisches Erscheinungsbild. Trotz des veränderten Erdgeschosses ist das o. g. Objekt deshalb unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0