Wohn- u. Geschäftshaus

Friesenwall 130 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7099
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Friesenwall 130, 50672 Köln
Baujahrum 1925
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 07.04.1994
Stadtteil Altstadt/Nord

Erbaut um 1925; in den 50er Jahren Instandsetzungs- und Veränderungsmaßnahmen; 4 Geschosse, ausgebautes Giebelgeschoß (Schiefereindeckung), 3 Achsen, Mittelachse durch Erker mit Balkon (originales Brüstungsgitter) auf rechteckigem Grundriß besonders betont; Putzfassade mit sparsamer Stuckdekoration (Erkerfront: Wappen der Stadt Köln, Hammer und Zange gekreuzt vor Amboß, drei Dreiecke über Fenstersturz), überwiegend in der Formensprache der 20er Jahre. Erdgeschoß verändert (breites Beschriftungsfeld mit Anschrift "Päff"); ursprünglich als "Autogarage" genutzt; Fenster (mit Rahmung) überwiegend erneuert, original im 2. OG und Oberlichter der Dachgeschoßfenster (Mitte, rechts), Haustür mit Glaseinsatz original, neue Holzplatte vorgeblendet. Rückseite verputzt, drei Balkone (ein Dachbalkon auf eingeschossigem Anbau, Brüstungen aus gelbem Ziegelstein), Fenster teilweise original, Tür, auf den eingeschossigen Anbau führend, original. Im Innern original: Terrazzoboden und -treppe, Wandfliesen (im Treppenhaus bis zum 1. OG), profilierte Metallfassung für Geländerstäbe, Wohnungstür mit Oberlicht im 1. OG (beschädigt), Dachbodentüren.

Der Friesenwall im Westen der Kölner Altstadt ist Teil der alten, inneren Wallstraße. Auf der Altstadtseite, die bereits im Mittelalter bebaut war, entstanden im Zuge der Stübbenschen Stadterweiterung im ausgehenden 19. Jahrhundert auf kleinen, tiefen Parzellen überwiegend dreiachsige Gründerzeitbauten. Das auch heute als Wohn- und Geschäftshaus genutzte Gebäude Friesenwall 130 durchbricht am nordöstlichen Ende des Friesenwalls diese kleinteilige Struktur: seine Fassade hat die Breite zweier Parzellen. Das in den 20er Jahren erbaute Haus greift die typischen Gestaltungsmerkmale der Neustadtbebauung auf (3 Achsen, 4 Geschosse, ausgebautes Giebelgeschoß, Mittelerker) und fügt sie mit der zeitgenössischen Formensprache zu einer "modernen" Synthese zusammen. Insbesondere die puristische Fassadengestaltung mit klarem, geometrischem Aufbau und glatter Oberfläche, die langrechteckigen und annähernd quadratischen Fenster, die aus der Fassade ausgestanzt zu sein scheinen, sowie die einmalig auftretenden, expressionistisch anmutenden Dreieckmotive verleihen dem o. g. Objekt eine besondere architektonische Qualität, die innerhalb des Straßenzuges einzigartig ist. Das Wohn- und Geschäftshaus in der Kölner Altstadt wird so zu einem unverzichtbaren Dokument der Architektur der 20er Jahre.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0