Wohn- u. Geschäftshaus
Von-Sparr-Straße 44 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7110 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Von-Sparr-Straße 44, 51063 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 07.04.1994 |
| Stadtteil | Mülheim |
Um 1890 erbaut; 4 Geschosse und ausgebautes Mansarddachgeschoß, EG verändert; 3 Achsen; Backsteinfassade mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an die Renaissance; Fenster erneuert.
Rückseite: backsteinsichtig, Fenster erneuert; backsteinsichtiger 4geschossiger Anbau mit teilweise originalen Fenstern. Ehemaliger Hof im EG überbaut.
Im Innern original erhalten: im Treppenhaus Holztreppe mit Geländer, teilweise Türen; Tür zum ehemaligen Hof.
Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856 - 1874 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Zu dieser gründerzeitlichen Stadterweiterung Mülheims gehört auch der Bereich Berliner Straße, Schützenhof-, von-Sparr- und Hacketäuerstraße. Dort entstand ein in seiner Geschlossenheit noch heute wirkungsvolles Ensemble schlichter, zumeist 4geschossiger Mietstockwerkhäuser. Der Name von-Sparr-Straße, früher Roonstraße, geht auf Feldmarschall Otto Christoph Freiherr von Sparr (ca. 1605 - 1668) zurück, nach dem das Infantrieregiment Freiherr von Sparr (3. Westfälisches) Nr. 16, die sogenannten "Hacketäuer", benannt war, das zwischen 1902 und 1918 in der ehemaligen, teilweise der Straße anliegenden Mülheimer Kaserne untergebracht war. Das o. g. Objekt entstand im Zuge der Erstbebauung der Straße um die Jahrhundertwende. Es zeichnet sich durch seine aufwendig stuckdekorierte Backsteinfassade aus und dokumentiert im Ensemble der Häusergruppe im Eckbereich zur Hacketäuerstraße die bauliche Entwicklung des historischen Straßenbildes.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0