Wohn- u. Geschäftshaus
Bonner Straße 91 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7136 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Bonner Straße 91, 50677 Köln |
| Baujahr | 1956 |
| Architekt / Planung | Paul Bosen |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 28.04.1994 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
1956 erbaut; Architekt: Paul Bosen; Eckhaus zur Kyllstraße auf winkelförmigem Grundriß mit vorkragendem flachen Satteldach; 5 Geschosse; Fassaden mit Fliesenverkleidung; Loggien mit originalen Brüstungsgeländern; Ladentür und Schaufenster im EG original, originale Schaufenstervitrinen im 1. OG der W-Seite, auf der S-Seite originale Haustür und Tor, alle übrigen Fenster erneuert. Rückseite: Putzfassade; im Winkel der Gebäudeflügel rund vortretendes Treppenhaus mit vertikalen Fensterbahnen zwischen Sichtbetonpfeilern; Fenster erneuert außer Treppenhausfenstern. Im Inneren original erhalten: Wendeltreppe aus Beton im Treppenhaus mit Metallgeländer und Mipolamhandlauf; Aufzugtür; im Ladengeschäft geschwungene freitragende Betontreppe mit Metallgeländer und Mipolamhandlauf zum Keller und 1. OG, Brüstungsgeländer aus Metall um den Treppenaufgang im 1. OG. Nicht Bestandteil des Denkmals ist der spätere 2-geschossige Anbau auf der O-Seite und die rückwärtige Umbauung des Treppenhauses.
Das o. g. Objekt Bonner Straße 91 liegt als Eckhaus zur Kyllstraße nahe der Eisenbahnlinie ganz am Rande der südlichen Neustadt und kennzeichnet die Architektur der Wiederaufbauphase Kölns nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs in den 50er Jahren. Das 1956 nach Plänen des Architekten Paul Bosen errichtete Gebäude weist verschiedene zeittypische Gestaltungsmerkmale auf. Die Fassadengliederung wird oberhalb des leicht zurückgesetzten Erdgeschosses durch geschoßweise Betonung der Horizontalen mittels durchlaufender Loggienbrüstungen auf der Westseite und Fensterreihen auf der Südseite bestimmt. Dieser treten als vertikale Gegengewichte die axial angelegten Seitenteile gegenüber, als geschlossene Mauerfläche auf der Westseite - bezeichnenderweise mit senkrecht angeordneten Riemchenfliesen verkleidet - und mit Loggien auf der Südseite. Diese Kontrastierung vor- und zurücktretender Fassadenteile trägt ebenso zur Belebung des Baus bei wie die Vielfalt der verwendeten Materialien und Einzelformen (z. B. Fliesenverkleidung unterschiedlicher Färbung, variierte Brüstungsgeländer). Eine Ablesbarkeit des Konstruktionsgerüstes aus Stahlbeton, wie sie für viele Bauten der 50er Jahre charakteristisch ist, ist straßenseitig eher von untergeordneter Bedeutung; auf der Rückseite wird sie als gestalterischer Akzent eingesetzt in dem aus Glas zwischen Betonpfeilern über rundem Grundriß vortretenden, aufstrebenden Treppenhaus. In architekturhistorischer wie in städtebaulicher Hinsicht ist deshalb das Wohn- und Geschäftshaus Bonner Straße 91, das außerdem die ursprüngliche Situation mit Ladenlokal über zwei Etagen bewahrt hat, ein unverzichtbares Dokument der Nachkriegsbebauung in der Kölner Neustadt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0