Wohnhaus

Schulze-Delitzsch-Straße 100 · Raderthal

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7137
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Schulze-Delitzsch-Straße 100, 50968 Köln
Baujahr1901 bis 1902
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 28.04.1994
Stadtteil Raderthal

1901/02 erbaut; Architekt: Eduard Endler; Bestandteil einer Reihenhauszeile; 2 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß; Backsteinfassade mit Gliederungen; 2 Achsen; stichbogige Tür- und Fensteröffnungen, Hauseingang in linker Achse oberhalb zweier Terrazzostufen, Haustür und Fenster erneuert. Rückseite verändert durch neueren zweigeschossigen Anbau, neuere Holzterrasse. Ursprünglich vortretender Anbau mit Toiletten in rechter Achse. Im Inneren original erhalten: Holztreppe (neu belegt) mit erneuertem Geländer, zweifarbiger Tonfliesenboden in Eingangsbereich und Treppenhaus, im OG gußeiserner Ofen zwischen Flur und vorderem Raum, dort mit Verkleidung aus Keramikfliesen. Bestandteil des Denkmals ist auch der zum Haustyp gehörige rückwärtige Garten. Nicht Bestandteil ist die neuere Garage im hinteren Grundstücksbereich.

Noch bis Ende des 19. Jahrhunderts war Raderthal, dessen Siedlungsanfänge erst in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, von landwirtschaftlicher Nutzung geprägt und baulich durch verstreut liegende Kleingehöfte gekennzeichnet. Städtische Prägung als Wohnort erhielt Raderthal seit Beginn des 20. Jahrhunderts durch die Anlage mehrerer Wohnsiedlungen. Die erste entstand 1901/03 mit Beschränkung auf die Schulze-Delitzsch-Straße. Entlang beider Straßenseiten wurden als genossenschaftliche Wohnungsbauten der Arbeiter-Wohnungsgenossenschaft Köln-Süd zweigeschossige Zweifamilienreihenhäuser errichtet, von denen sich die Häuserzeilen Nr. 75-95 und 78-104, die von dem Architekten Eduard Endler (1860-1932) entworfen worden waren, erhalten haben. Innerhalb des profanen Oeuvres Endlers stellen die Häuser frühe Beispiele seiner genossenschaftlichen Tätigkeit in Köln dar. Charakteristisch sind die schlichten Backsteinfassaden der Häuser, die im Dachbereich Giebel oder Gauben zeigen und durch Gliederungen und Kombination mit Putzflächen belebt sind. Im Rahmen der Beschränkung auf die wenigen Materialien weisen die Fassaden jeweils individuelle Variationen auf, so daß die Reihung der Häuser in ihrer grundsätzlich einheitlichen, flächigen Wirkung aufgelockert erscheint. Innerhalb der gesamten Zeile bilden die Häuser Nr. 96-104 eine geschlossene Gruppe mit sehr ähnlich gestalteten Fassaden. Die für Bevölkerungsschichten mit bescheidenen Ansprüchen errichteten Wohnbauten besitzen rückwärtig zum Haustyp gehörige Gärten, die ehemals der eigenen Zusatzversorgung der Bewohner dienten. Als frühes Dokument der ortsgeschichtlichen Entwicklung Raderthals sowie als Bestandteil eines städtebaulich wie architekturhistorisch bedeutenden Bautenensembles ist das o. g. Objekt Schulze-Delitzsch-Str. 100 unverzichtbar und unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0