Wohnhaus

Schulze-Delitzsch-Straße 93 · Raderthal

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7422
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Schulze-Delitzsch-Straße 93, 50968 Köln
Baujahr1902 bis 1903
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 06.03.1995
Stadtteil Raderthal

Erbaut 1902/03; Bestandteil einer einheitlich angelegten Reihenhausbebauung der Architekten Endler, Klee, Renner und Moritz (Schulze-Delitzsch-Str. 75 - 95, 78 - 104) in der nach der Jahrhundertwende an den Heimatstil angelehnten typischen Bauweise von Arbeiterhäusern, 2 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß, 2 Achsen; Backsteinmauerwerk mit Putzflächen; Fenster, Eingangstür und Gaube erneuert; Rückfront: rückwärtige Loggia im EG wurde geschlossen; über gesamte Hausbreite Keller erweitert, so daß im EG Terrasse entstand; im 1. OG: Balkon über der ehemaligen Loggia im EG.; Fenster u. Dachgaube neu; im Inneren original: hölzerner Handlauf zum 1. OG, Grundrißaufteilung EG und 1. OG; Kellersohle tiefer, Wände versetzt; Dachgeschoß komplett verändert; Gartenbereich (stark verändert) Bestandteil des Denkmals.

Nach der Ansiedlung von Handwerks- und Industriebetrieben im späten 19. Jahrhundert erfährt Raderthal eine erste städtebauliche Prägung mit der genosschenschaftlich erstellten Wohnsiedlung an der Schulze-Delitzsch-Straße. Die im Auftrag der Arbeiterwohngenossenschaft Köln-Süd errichtete Siedlung - bestehend aus 34 (ehem.) Zweifamilienhäusern - ist ein typisches Beispiel für den genossenschaftlich gebauten Arbeiterwohnungsbau wie er in Köln noch in vergleichbarer Form in Sülz (Scherfginstraße) und in Nippes (Eisenachstraße) besteht. Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil der einheitlichen Straßenbebauung von stilistisch gleichartigen, in Einzelformen jedoch individuell gestalteten Häusern. So ist das o. g. Objekt in seiner Fassadengestaltung durch einen Wechsel von Backsteinmauerwerk und Putzfläche charakterisiert. Die Innenraumaufteilung war ursprünglich in beiden Geschossen gleich (1 Küche mit besonderem Spülraum, 2 Zimmer, Diele und WC), so daß die Möglichkeit bestand, eine Etage als gesonderte Wohnung zu vermiten, um die monatlichen Belastungen für den Kaufanwärter zu reduzieren.

Trotz einer in allen Häusern gleichartigen Grundrißlösung, gelingt es dem Architekten Eduard Endler (1860 - 1932) und seinen Mitarbeitern dem gesamten Straßenzug eine durch individuell gestaltete Wohnhäuser abwechslungsreiche und dennoch zusammenhängende Prägung zu geben. Für diese historisch und städtebaulich bedeutende Planung erhielt er denn auch 1902 auf der Düsseldorfer Ausstellung die Goldene Medaille für das Arbeiterwohnhaus in der Gruppe Wohlfahrtseinrichtungen. Diese bereits frühe Würdigung der Siedlung markiert einerseits einen Höhepunkt der gestalterischen Bemühungen des Architekten Endler und seiner Mitarbeiter im preiswerten und dennoch qualitätvollen Wohnraum und andererseits die Frühphase der Kölner Siedlungsbaugeschichte als deren Bestandteil des in wesentlichen Elementen intakte o. g. Objekt unbedingt zu erhalten ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0