Wohn- u. Geschäftshaus
Berliner Straße 39 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7147 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Berliner Straße 39, 51063 Köln |
| Baujahr | um 1895 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 23.06.1994 |
| Stadtteil | Mülheim |
Um 1895 erbaut; 4 Geschosse, EG verändert, später ausgebautes Dachgeschoß; 3 Achsen; Putzfassade mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an die Renaissance; Betonung der Mittelachse durch pilastergerahmte Fensterverdachung und Balusterbrüstung im 1. OG und vollplastischen Bildniskopf im halbkreisförmigen Blendfeld der mittleren Fensterverdachung im 2. OG; Fenster erneuert; Haustür erneuert.
Rückseite: backsteinsichtige Fassade; Hoftür und Fenster erneuert; Treppenhaus seitlich vortretend mit originalen Fenstern; backsteinsichtiger 4-geschossiger Anbau, teilweise mit originalen Fenstern.
Im Inneren original erhalten: Im Eingangsbereich ornamentierter Fliesenboden, Deckenstuck, 2 Stuckkonsolen am Durchgang zum Treppenhaus; Holztreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten.
Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Zu dieser gründerzeitlichen Stadterweiterung Mülheims gehört auch der Bereich Berliner Straße, Schützenhof-, von-Sparr- und Hacketäuerstraße. Dort entstand ein in seiner Geschlossenheit noch heute wirkungsvolles Ensemble schlichter, zumeist viergeschossiger Mietstockwerkhäuser. Die Berliner Straße, früher Wermelskirchener Straße, besaß als wichtiger alter Handelsweg in Richtung Dünnwald und das Bergische Land im 19. Jahrhundert als verkehrsreiche Ausfallstraße besondere Bedeutung. Das o. g. Objekt entstand im Zuge der Erstbebauung in gemischter Nutzung mit Wohn- und Geschäftshäusern. Es trägt innerhalb der noch in großer Dichte erhaltenen historischen Bausubstanz der Straße zur Charakterisierung der baulichen Entwicklung des Straßenzuges bei und dokumentiert dessen historisches Erscheinungsbild. Trotz des veränderten Erdgeschosses ist es deshalb unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0