Wohnhaus

Agrippastraße 85 · Altstadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7151
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Agrippastraße 85, 50676 Köln
Baujahrum 1960
Architekt / PlanungHerbert Neubert und Anton Gilles
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 23.06.1994
Stadtteil Altstadt/Süd

Erbaut um 1960, Architekten: Herbert Neubert und Anton Gilles, Eckhaus zum Agrippa-Bad; 4geschossiger Baukörper auf annähernd langrechteckigem Grundriß, zweiteilige Fassade, niedriges, zurückgesetztes Walmdach, Pyramidendach über

Risalit; Putzfassaden mit farblich abgesetzten Sockelzonen und Fensterrahmungen (südliches Teilstück der Fassade zum Agrippa-Bad).

Fassade zum Agrippa-Bad (Ostseite): 6 Achsen im südlichen und 2 Achsen im nördlichen Trakt: Betonung der Ecke zur Agrippastraße durch Risalit mit Loggien (1. - 3. Obergeschoß, Brüstungen mit regelmäßigem Lochmuster (original). Schmalseite zur Agrippastraße (Nordseite): paarweise angeordnete, kleine Fenster (original) in äußerer, rechter Achse. Schmalseite zum Schulhof (Südseite): Loggien in allen Geschossen. Fenster erneuert, Haustür original. Zum Denkmal gehörig ist der Vorgarten (Ostseite) mit Einfriedung (gelbgestrichenes Metallrohr, original). Im Inneren original: Kunststein-Bodenplatten, Metallstab-Treppengeländer (weiß), schwarzer Mipolanhandlauf, Briefkästen, Wohnungstüren.

Das Wohnhaus Agrippastr. 85 wurde in den 60er Jahren unseres Jahrhunderts in einem Altstadt-Karree errichtet, das nach dem Zweiten Weltkrieg überwiegend mit Infrastruktureinrichtungen bebaut wurde. Unter ihnen ist das öffentliche Schwimmbad ("Agrippabad") von besonderer Bedeutung, weil es, als Nachbarbau von Agrippastr. 85, von der Straßenflucht weit zurückspringt und einen Vorplatz bildet. Dieser baumbestandene Platz wird im Westen vor dem o. g. Objekt abgeriegelt. In dieser begrenzenden Funktion, die durch den nach Osten leicht vorspringenden "Eckrisalit" mit Pyramidendach unterstrichen wird, liegt die städtebauliche Bedeutung des o. g. Objekts.

Entsprechend seiner städtebaulichen Lage ist die dem Platz zugewandte Fassade reichhaltig befenstert. Die für Neubert charakterische Fensterrahmung und die versetzte Anordnung der Treppenhausfenster sind wesentliche Gestaltungsmerkmale des südlichen Fassadenteils. Den nördlichen, vorgezogenen Teil, der den südlichen Baukörper von der Straße abschirmt, kennzeichnet seine plastische Ausbildung, die durch Loggien in drei Geschossen erhöht wird. Der Architekt verwendet hier das spitze, kleine Walmdach in Anlehnung an das typische "Kölner Dach" und verbindet so die qualitätvolle Nachkriegsarchitektur mit einem traditionalistischen Element.

Das Wohnhaus Agrippastr. 85 ist somit ein unverzichtbares, städtebauliches und architekturgeschichtliches Dokument der Neugestaltung der Kölner Altstadt (des Griechenmarktviertels) nach dem Zeiten Weltkrieg.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0