Wohnhaus

Ewaldistraße 26 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7156
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Ewaldistraße 26, 50670 Köln
Baujahr1902
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 23.06.1994
Stadtteil Neustadt/Nord

Erbaut: 1902 (inschr. datiert); 5 Geschosse, 3 Achsen, rechte Achse durch Erker auf trapezförmigem Grundriß besonders betont; Putzfassade mit Stuckgliederungen (teilweise fehlend) in Anklängen an den Jugendstil; Fenster mit stichbogigem Abschluß und teilweise mit Schlußsteinen, im EG hochrechteckige Fenster. Fenstergliederungen: erneuert, Haustür teilweise original (Rahmung). Rückseite backsteinsichtig, Fenster erneuert, Treppenhausfenster mit bleiverglasten, roten Glaseinsätzen überwiegend original, Fensteröffnungen der Bäder im unteren Teil zugemauert, im EG deutet eine noch vorhandene Trittstufe auf eine ursprüngliche Türöffnung hin. Zum Denkmal gehört die das Grundstück im Süden und Osten einfassende, originale, verputzte Backsteinmauer. Im Innern original: Terrazzoboden, Terrazzotreppe, Treppengeländer, Handlauf und Antrittspfosten (erneuert) aus Holz, originale Rahmen der Wohnungsabschlußtüren.

Die von Hermann Joseph Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Als Vorbilder für die halbkreisförmige Anlage um den Altstadtkern (Deutscher Ring bis Ubierring) dienten Stübben die Städte Wien (Ringstraße als repräsentativer Boulevard) und Paris (sternförmig auf einen Platz zulaufende Straßen). Die Gesamtkonzeption vereinigt verschiedenartige Wohnviertel, deren Bebauung entsprechend ihrer Bewohnerschaft und Infrastruktureinrichtungen (z. B. das Oberlandesgericht im "Gerichtsviertel") aufwendiger oder schlichter gestaltet ist. Im Zuge der ab 1881 begonnenen Stadterweiterung wurde u. a. auch die Ewaldistraße angelegt. Das Wohnhaus Ewaldistr. 26 hat den Zweiten Weltkrieg verhältnismäßig unbeschadet überdauert. Es bewahrt mit seiner baukünstlerischen Gestaltung (trotz fehlender Stuckgliederungen), seiner Bauhöhe und Bebauungsweise das ursprüngliche Erscheinungsbild des Straßenzuges, den eine weitgehend erhaltene gründerzeitliche Bebauung kennzeichnet. Das Mietstockwohnhaus mit seinem moderat vortretenden Erker gehört zu einer Gebäudegruppe (Ewaldistraße 24 - 30), deren Fassadendisposition und -dekoration (trotz individueller Unterschiede) darauf hindeuten, von ein und demselben Architekten entworfen und erbaut worden sein. Der nordöstliche Straßenzug wird durch die unterschiedliche Anordnung der flachen Erker spannungsreich rhythmisiert. Das Wohnhaus Ewaldistr. 26 ist somit ein wichtiger Bestandteil der oben erwähnten Gebäudegruppe und gleichzeitig ein unverzichtbares baugeschichtliches und städtebauliches Dokument innerhalb des Ensembles Neustadt-Nord.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0