Wohnhaus

Münsterer Straße 21 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7185
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Münsterer Straße 21, 51063 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 22.08.1994
Stadtteil Mülheim

Um 1890 erbaut; 3 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß; 4 ungleichwertige Achsen, rechte Achse flach vortretend; Backsteinfassade mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an die Renaissance; stichbogige Fensteröffnungen, Fenster erneuert; stichbogige Toröffnung zur Durchfahrt in rechter Achse mit originaler Tür. Rückseite: Backsteinfassade gestrichen, stichbogige Toröffnung mit originaler Doppelflügeltür, Fensteröffnungen teilweise stichbogig, teilweise verändert, Fenster erneuert; 2 seitliche Anbauten, 4 und 3 Geschosse, Backsteinfassaden, stichbogige Fensteröffnungen, Fenster erneuert (teilweise mit Glasbausteinen zugesetzt); Einfriedungsmauern des Hofes aus Backstein. Im Innern original erhalten: In der Durchfahrt Deckenstuck und 2 stuckierte Unterzüge auf seitlichen Pilastern (Wände neu verputzt, Boden mit neuem Fliesenbelag), rundbogiger Hauseingang mit Tür; im Eingangsbereich ornamentierter Fliesenboden, Deckenstuck, Stützbogen; im Treppenhaus ornamentierter Fliesenboden, Deckenstuck, halbhohe hölzerne Wandleisten, Kellertür, gerade zweiläufige Treppenanlage aus Holz mit gedrechseltem Geländer, Antritts- und Zwischenpfosten, Holzdielenböden auf den Etagen, Wohnungsabschlußtüren erneuert (im EG 1 original).

Die Entwicklung Mülheims blieb bis in die 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts auf das Gebiet zwischen Rhein und Wallstraße mit der Mülheimer Freiheit als Hauptstraße beschränkt. Seit etwa 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. - Die Düsseldorfer Straße war im 18. Jahrhundert als Chaussee vom Ortsausgang an der Mülheimer Freiheit nach Düsseldorf neu angelegt worden. Hier entstand in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Villenviertel - heute zum größten Teil durch Neubauten ersetzt - und im Anschluß daran an der Münsterer und dem oberen Bereich der Düsseldorfer Straße 3- bis 4geschossige Mietwohnbauten. Charakteristisch für die Häuser der geschlossen erhaltenen Zeile Münsterer Str. 1 - 21 sind reich mit Stuck dekorierte Backsteinfassaden ohne Vorbauten, wie sie auch das Haus Nr. 21 auszeichnet. Innerhalb des Ensembles der mit zweieinhalb bis drei Geschossen die Maßstäbigkeit der ehemals für Köln typischen sog. Drei- und Vierfensterhäuser spiegelnden Bauten ist das o. g. Haus Münsterer Str. 21 unverzichtbarer Bestandteil. Insbesondere mit seiner Fassade in historisierenden Renaissanceformen, mit wesentlichen Teilen der inneren Ausstattung sowie mit rückwärtig erhaltenem ursprünglichen Anbau und originalen Einfriedungsmauern dokumentiert das Gebäude das historische Erscheinungsbild der Straße und ist unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0