Wohn- u. Geschäftshaus

Evergerstraße 25 · Flittard

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7196
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Evergerstraße 25, 51061 Köln
Baujahr1901 bis 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 22.08.1994
Stadtteil Flittard

1901-05 erbaut; Gaststätte "Flittarder Hof"; 3 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß; 5 Achsen, Betonung der Mittelachse durch Giebelaufsatz; Putzfassade mit Stuckgliederungen, stilistische Anklänge an Renaissanceformen; EG verändert; Haustür erneuert, Fenster erneuert. Östliche Giebelseite: backsteinsichtig, stichbogige Fensteröffnungen, im Giebel 1 Rundbogenfensteröffnung, Fenster erneuert, Maueranker. Rückseite: Fassade backsteinsichtig; stichbogige Fensteröffnungen, Fenster erneuert; eingeschossiger backsteinsichtiger Anbau, rückwärtig in der Mitte halbkreisförmig vortretend, dort 5 Rundbogenfensteröffnungen, Fenster größtenteils erneuert, rundbogiger Hofausgang über mehrstufiger Treppe mit verputzter Brüstungsmauer, zurückgesetzte Hoftür erneuert. Im Inneren original erhalten: Im Eingangsbereich und Treppenhaus ornamentierter Fliesenboden und Holztreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten; rückwärtiger Gesellschaftsraum im EG mit Holzdielenboden, Stuckdecke, Wandvertäfelung, Türen; straßenseitiger Schankraum mit Stuckdekke unter Deckenabhängung, erneuerte Wandvertäfelung.

Der Name der im Mittelalter entstandenen Ortschaft Flittard, abgeleitet von "vlitterde" (fließende Erde), deutet auf deren Lage im Überschwemmungsgebiet des Rheins hin. Ursprünglich zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg gehörig, kam Flittard im 19. Jahrhundert zur Bürgermeisterei Merheim und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Nachdem durch den Deichbau im Jahre 1895 die Hochwassergefahr gebannt war, ist seit der Jahrhundertwende, auch infolge der Niederlassung chemischer Fabriken im heutigen Leverkusen, ein Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen, der auch eine verstärkte Bautätigkeit zur Folge hatte. Vom gründerzeitlichen Ausbau Flittards haben sich als Bautenensemble in nahezu geschlossener Zeile auf der Nordseite der Evergerstraße, die seit 1901 bebaut wurde und noch bis 1914 Bahnhofstraße hieß, die Häuser Nr. 9 - 17 und 21 - 27 erhalten, die als dreigeschossige Putz- und Backsteinbauten die Erstbebauung dokumentieren. Zu diesen schlichten Mietwohnhäusern, die das ehemals dörflich-ländlich geprägte Erscheinungsbild des alten Flittarder Ortskerns am Beginn der vorstädtischen Ausbauphase kennzeichnen, gehört auch das Haus Evergerstr. 25, in dem bis heute eine Gaststätte betrieben wird. Es ist als charakteristischer Bestandteil der ursprünglichen Straßenbebauung ein unverzichtbares Dokument und unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0