Wohnhaus
Von-Sparr-Straße 74 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7216 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Von-Sparr-Straße 74, 51063 Köln |
| Baujahr | um 1905 bis 1910 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 15.09.1994 |
| Stadtteil | Mülheim |
Um 1905-10 erbaut; 4 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß, 3 Achsen, Betonung der Mittelachse durch Erker; Putzfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an Jugendstil und Neuklassizismus; Haustür erneuert; Fenster zum Teil erneuert.
Rückseite: backsteinsichtig; Hoftür und Fenster teilweise erneuert; backsteinsichtiger 4geschossiger Anbau (um ein zusätzliches Geschoß später aufgestockt) mit originalen Fenstern; Einfriedungsmauern aus Backstein. Der weitere zweigeschossige Anbau ist nicht Bestandteil des Denkmals.
Im Inneren original erhalten: Im Eingangsbereich und Treppenhaus Terrazzoboden und -treppe mit späterem Metallstabgeländer mit Holzhandlauf; Wohnungsabschlußtüren teilweise erneuert bzw. verändert; ehemalige Aborttüren.
Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Zu dieser gründerzeitlichen Stadterweiterung Mülheims gehört auch der Bereich Berliner Straße, Schützenhof-, von-Sparr- und Hacketäuerstraße. Dort entstand ein in seiner Geschlossenheit noch heute wirkungsvolles Ensemble schlichter, zumeist viergeschossiger Mietstockwerkhäuser. Der Name von-Sparr-Straße, früher Roonstraße, geht auf Feldmarschall Otto Christoph Freiherr von Sparr (ca. 1605-1668) zurück, nach dem das Infantrieregiment Freiherr von Sparr (3. Westfälisches) Nr. 16, die sog. "Hacketäuer", benannt war, das zwischen 1902 und 1918 in der ehemaligen, teilweise der Straße anliegenden Kaserne untergebracht war. Das o. g. Objekt entstand im Zuge der Erstbebauung des östlichen Teils der von-Sparr-Straße jenseits der Berliner Straße, der erst nach 1893 angelegt wurde. Es dokumentiert im Ensemble mit den Nachbarhäusern Nr. 66, 68, 72 und 76 innerhalb der baulichen Entwicklung des Straßenzuges die jüngste Ausbauphase und ist als unverzichtbares Denkmal für das historische Erscheinungsbild unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0