Wohnhaus
Von-Sparr-Straße 68 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7111 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Von-Sparr-Straße 68, 51063 Köln |
| Baujahr | um 1905 bis 1910 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 07.04.1994 |
| Stadtteil | Mülheim |
Um 1905-10 erbaut; 4 Geschosse und ausgebautes Mansarddachgeschoß; 4 Achsen, flach vortretende Erker in den Seitenachsen, beide mittlere Achsen übergreifender geschwungener Giebel; Putzfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an Jugendstil und Neuklassizismus; Haustür original; Fenster weitgehend original (im EG und Dachgeschoß erneuert). Rückseite: backsteinsichtig; Hoftür erneuert; Fenster original; Einfriedungsmauern aus Backstein. Im Inneren original erhalten: Im Eingangsbereich Terrazzoboden, halbhohe Wandverkleidung mit z. T. reliefierten Keramikfliesen, Wand- und Dekkenstuck; im Treppenhaus Terrazzoboden und -treppe mit Holzgeländer, halbhohe Wandverkleidung mit strukturierter Tapete unter Holzleiste; größtenteils Wohnungsabschlußtüren.
Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Zu dieser gründerzeitlichen Stadterweiterung Mülheims gehört auch der Bereich Berliner Straße, Schützenhof-, von-Sparr- und Hacketäuerstraße. Dort entstand ein in seiner Geschlossenheit noch heute wirkungsvolles Ensemble schlichter, zumeist viergeschossiger Mietstockwerkhäuser. Der Name von-Sparr-Straße, früher Roonstraße, geht auf Feldmarschall Otto Christoph Freiherr von Sparr (ca. 1605-1668) zurück, nach dem das Infantrieregiment Freiherr von Sparr (3. Westfälisches) Nr. 16, die sog. "Hacketäuser", benannt war, das zwischen 1902 und 1918 in der ehemaligen, teilweise der Straße anliegenden Mülheimer Kaserne untergebracht war. Das o. g. Objekt entstand im Zuge der Erstbebauung des östlichen Teils der von-Sparr-Straße jenseits der Berliner Straße, der erst nach 1893 angelegt wurde. Das Gebäude zeichnet sich durch weitgehend original erhaltene Substanz der inneren Ausstattung und der Fassade einschließlich Haustür und der Mehrheit der Fenster aus. Es dokumentiert im Ensemble mit den Nachbarhäusern Nr. 66 und 72 - 76 innerhalb der baulichen Entwicklung des Straßenzuges dessen jüngste Ausbauphase und ist als unverzichtbares Denkmal für das historische Erscheinungsbild unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0