ehem. Bahnhof

Stammheimer Ring 88 · Stammheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7246
Typ Gebäude-Denkmal
Bezeichnungehem. Bahnhof
Adresse Stammheimer Ring 88, 51061 Köln
Baujahrum 1898
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 28.10.1994
Stadtteil Stammheim

Um 1898 erbaut; ehemals freistehender Bau auf nahezu quadratischem Grundriß; 2 Geschosse mit Satteldach; Putzfassaden mit Stuckgliederungen in stilistischen Anklängen an die Renaissance; auf der Nord- und Ostseite ein- bis mehrgeschossig umbaut; Westseite mit 3 Achsen, Hauseingang in linker Achse; Fenster erneuert; auf der Südseite neue Kelleraußentreppe. Im Inneren völlig verändert; Einbau eines neuen Treppenhauses und eines Aufzugs; Nutzung nur zur Erschließung der OGs im angrenzenden Neubau (Zugang vom OG auf der Nordseite).

Das 959 erstmals urkundlich erwähnte Stammheim, das im Mittelalter zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg gehörte, kam im 19. Jahrhundert zur Bürgermeisterei Merheim und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Das alte Dorf Stammheim, am Steilufer des Rheins auf einem natürlichen Geländerücken hochwasserfrei gelegen, bewahrte bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts seinen ländlichen Charakter. Infolge der Niederlassung chemischer Fabriken im heutigen Leverkusen erlebte auch Stammheim, ähnlich wie das nördlich gelegene Flittard, mit dem es stets eng verbunden war, eine gründerzeitliche Ausbauphase um die Jahrhundertwende. Es erhielt Anbindung an die von Mülheim ausgehende Bayer-Kleinbahn, die 1898 für den Personen- und Güterverkehr freigegeben wurde. Das Bahnhofsgebäude ist entsprechend der auf die lokale Bedeutung beschränkten Bahnstrecke zwar unter Verwendung repräsentativer Einzelformen gestaltet, diente jedoch gleichzeitig als Wohnhaus und verrät diesen schlichten Charakter auch deutlich, besonders hinsichtlich der straßenseitigen Westfassade. Noch heute bezeichnet das inzwischen umgenutzte Gebäude die ursprüngliche Situation am Rande des Ortes, wo an einer durch ein Wegekreuz markierten Gabelung die in den Ort führende Gisbertstraße vom alten Flurweg des Stammheimer Rings abzweigt. Trotz der neuen, dem Maßstab des ehemaligen Bahnhofs nicht gerecht werdenden unmittelbar anschließenden hohen Bebauung und der völligen Veränderung des Inneren ist das in seinen Umfassungsmauern im wesentlichen in ursprünglicher Fassadengestaltung erhaltene Gebäude ein unverzichtbares Denkmal für die Stammheimer Ortsgeschichte.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0