Wohnhaus
Leostraße 16 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7264 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Leostraße 16, 50823 Köln |
| Baujahr | 1898 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 02.11.1994 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Erbaut 1898; 3 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß mit 3 originalen Gauben; 3 Achsen; Putzfassade mit Stuckgliederung; Eingang in der linken Achse, die im 1. und 2. OG und im Dachgeschoß jeweils durch paarweise zusammengefaßte Fenster betont wird; Bereich der rechten Achse ist leicht vorgestuft und durch aufgeputzte, stilisierte Quaderung in den Eckbereichen in der Vertikalen betont; Horizontalgliederung durch schmale Stockwerksgesimse und stark profilierte Sohlbänke (im 1. und 2. OG auf Konsolen); die paarweise zusammengefaßten Fenster im 1. OG sind durch eine Verdachung und einen darüberliegenden aufgeputzten Entlastungsbogen zusammengefaßt, ein Motiv, das beim mittleren Fenster wiederholt wird, welches wiederum über die Sohlbank mit den linken Fenster verklammert wird; im 2. OG Zusammenfassung beider linken Fenster in einer gemeinsamen Rahmung mit Verdachung und Sohlbank; Eingangstür und Fenster erneuert; Dachgauben mit profiliertem Rahmenwerk aus Holz original; Rückfront: Vorder- und Hinterhaus backsteinsichtig (EG weiß gestrichen); Vorderhaus 2 Achsen; Hinterhaus 2 Achsen; 3 Geschosse; ausgebautes Dachgeschoß; stichbogenförmige Fensteröffnungen; Fenster erneuert; Innen original: Mettlacher Fliesen im Vorflur und Treppenhaus; Vorflur mit profilierter Deckenrahmung; Unterzug zum Treppenhaus mit stilisiertem Kapitell; hölzerne Treppenanlage; Wohnungseingangs- und Zimmertüren; Hoftür; Grundrisse; Bestandteil des Denkmals ist die hofseitige Einfassungsmauer; nicht Bestandteil des Denkmals ist der eingeschossige Anbau an der Stirnseite des Hinterhauses.
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wird gegen Ende der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts auch die Leostraße als Verbindung zwischen Venloer und Subbelrather Straße einheitlich bebaut. Wegen der verkehrsgünstigen Lage in Stadtnähe und der hohen Wohnqualität aufgrund der benachbarten Grünflächen siedelten sich im Bereich zwischen Stamm- und Subbelrather Straße vorwiegend höhere Einkommensschichten an, so daß in der ersten Hälfte der 90er Jahre beidseitig der Leostraße baukünstlerisch verschiedenartig gestaltete Häuser entstanden, die eindeutig auf die Kölner Neustadtarchitektur Bezug nehmen, deren historistische Architekturauffassung dem Repräsentationsbedürfnis der Ehrenfelder Bauherren entgegenkam. So stellt auch das o. g. Objekt ein typisches Beispiel für die bei aller Differenzierung der Einzelbauten einheitliche Bebauung der Leostraße dar. Das für weite Bereiche Ehrenfelds typische sogenannte Dreiachsenhaus wird hierbei durch die Verdoppelung der linken Hausachse durch paarweise zusammengefaßte Fenster variiert. Mit sparsamen Gestaltungsmitteln werden Bezüge innerhalb der Fassade hergestellt, die den strengen sachlichen Gesamteindruck des Hauses bestimmen. So wird die Vertikale der rechten Hausachse durch eine stilisierte Quaderstruktur angedeutet, genug, um diesem Bereich in Verbindung mit der Giebelüberdachung im 1. OG einen risalitartigen Charakter zu verleihen, der dann wiederum den Ausgleich zur linken Hausachse mit den paarweise angeordneten Fenstern schafft. Dieses an klassizistischer Architektur orientierte Gestaltungsmuster prägt die Fassade, die gemeinsam mit der benachbarten zeitgleichen Bebauung die Zugangssituation der Leostraße von der Subbelrather Straße her prägt und für das Straßenbild unverzichtbar ist, weshalb die Erhaltung der in wesentlichen Merkmalen originalen Substanz geboten ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0