Wohnhaus
Leostraße 20 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4146 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Leostraße 20, 50823 Köln |
| Baujahr | 1898 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 13.05.1987 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Baugeschichtlich bedeutend ist das 3-geschossige, 3-achsige Traufenhaus als Beispiel einer Bauweise mit Stilanklängen aus der reichen Formensprache der Renaissance. Die Fassade ist gegliedert durch Sockel, Stockwerk- und Traufgesims, strukturiert durch das in breitem Fugenschnitt gestaltete Erdgeschoß. Die Fensteröffnungen sind gerade oder ohrig gerahmt und mit Schlußsteinen in Kartuschenform dekoriert. Zwei Fenster des 1. Obergeschosses sind mit Dreiecksverdachungen betont. Die Rahmungen der linken Hausachse (ab 1. Obergeschoß) umfassen jeweils ein Fensterpaar, dessen gleichartige Bekrönungsformen mit jeweils variiertem Dekor besetzt sind (Engels-, bzw. Frauenmaske, Akroterien, bzw. Kartusche auf den geschweiften Gesimsverdachungen). Die im Erdgeschoß und 2. Obergeschoß noch erhaltene histoirsche Fensterteilung, die gedrechselte Haustür mit schmiedeeisernem Gitter, die ausgestanzten Kellerfensterbleche sowie die 3 Dachgauben vervollkommnen die ästhetische Einheit der Fassade, die als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes veranschaulicht. Im Innern des Hauses ist an originalen Ausstattungsteilen noch erhalten: Inkrustierter Terrazzofußboden, Holztreppe mit gedrechseltem Geländer nebst Antritts- und Zwischenpfosten, Stützbogen, Deckenrahmung, Wohnungstürabschlüsse und Zimmertüren, profilierte Wandleisten.
Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohnhaus, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils nach der Eingemeindung nach Köln dokumentiert. Es liegt in einem Gebiet zwischen zwei großen Radialstraßen des Vororts, der Venloer- und der Subbelrather Straße, ein Gebiet, das im ausgehenden 19. Jahrhundert mit Wohnstraße erschlossen wurde. Der westliche Teil liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu den großen Ehrenfelder Produktionsbetrieben und zur Eisenbahnlinie und wurde daher standortbedingt mit preiswerteren Häusern für bescheidernere Wohnansprüche bebaut. Der östliche Teil hingegen wurde für Bewohner mit teils gehobenen Wohnansprüchen konzipiert. In diesem Teil ist auch die Leostraße angesiedelt, die in den Jahren 1891 - 1893 erschlossen wurde.
Städtebaulich bedeutend ist das Haus als Bestandteil eines Gebäudeensembles mit den in nächster Nähe liegenden Häusern Nr. 18, 16, 24 und 26, das - in Verbindung mit den Neubauten und modernisierten Bauten der nahen Umgebung - Wirken und Wandel historischer Prozesse anschaulich und erlebbar macht.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0