Wohn- u. Geschäftshaus

Weißenburgstraße 24 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7282
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Weißenburgstraße 24, 50670 Köln
Baujahr1907 bis 1917, 1949
Architekt / PlanungPeter Becker
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 09.12.1994
Stadtteil Neustadt/Nord

Erbaut: um 1912, wiederaufgebaut: 1949, Architekt: Peter Becker; 4 - 5 Geschosse, Souterrain, ausgebautes Mansard- und Dachgeschoß, 5 Achsen, Mittelachse durch portalartig gerahmten Hauseingang und dreigeschossigen Erker auf rechtekkigem Grundriß mit Balkon (Erker setzt sich in der zweiten Achse von rechts über zwei Geschosse - mit Balkon - fort) besonders akzentuiert. Putzfassade (verändert) mit Stuckgliederungen in Anklängen an den Neoklassizismus. Fenster erneuert (in Anlehnung an die ursprüngliche Gliederung), Haustür erneuert, Souterrain mit zwei originalen Fenstergittern und zweiflügeliger, ca. 1,50 m hoher Holztür. Rückseite backsteinsichtig, Balkone (erneuert) an den nach Süden (1. - 3. OG) und Osten (1. - 4. OG) weisenden Hauswänden. Oberstes Geschoß der Hofbebauung nach dem Zweiten Weltkrieg aufgesetzt. Zum Denkmal gehört der Garten im Süden und Südwesten des Grundstücks. Im Innern original: Marmorbelag der Treppe und der anschließenden kleinen Bodenfläche, schmiedeeisernes Treppengeländer mit Holzhandlauf (bis zum 4. OG), Terrazzobelag der Treppenpodeste.

Die von Hermann Joseph Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Als Vorbilder für die halbkreisförmige Anlage um den Altstadtkern (Deutscher Ring bis Ubierring) dienten Stübben die Städte Wien (Ringstraße als repräsentativer Boulevard) und Paris (sternförmig auf einen Platz zulaufende Straßen). Die Gesamtkonzeption vereinigt verschiedenartige Wohnviertel, deren Bebauung entsprechend ihrer Bewohnerschaft und Infrastruktureinrichtungen (z. B. das Oberlandesgericht im "Gerichtsviertel" aufwendiger oder schlichter gestaltet ist. Im Zuge der ab 1881 begonnenen Stadterweiterung wurde u. a. auch die Weißenburgstraße als Allee angelegt. Das o. g. Objekt befindet sich im westlichen Straßenabschnitt der Weißenburgstraße, der zu dem sogenannten Dreikönigenviertel östlich des Güterbahnhofs gehört. Das Wohnquartier zeichnet sich durch eine verhältnismäßig schlichte Bebauung aus. Die Bauten an der Alleestraße sind jedoch repräsentativer gestaltet. Das Wohn- und Geschäftshaus Weißenburgstr. 24 wurde um 1912 errichtet, als der überwiegende Teil der Bebauung der Weißenburgstraße bereits vorhanden war. Es belegt damit die ursprünglich letzte Ausbauphase der Weißenburgstraße. Das im neoklassizistischen Stil errichtete Objekt kennzeichnen glatte Putzflächen mit äußerst sparsam verteiltem Schmuckdekor (zwei Blumenkörbe haben sich am Erker erhalten), flache Wandvorlagen sowie Sohlbank-, Stockwerk- und Dachgesimse. Ein weiteres besonderes Gebäudemerkmal ist der asymmetrische Fassadenaufbau, der sich insbesondere in der Anordnung und Gestalt des Erkers und der Dachform manifestiert. Das Nachbarhaus Weißenburgstr. 22 ist annähernd spiegelsymmetrisch aufgebaut, so daß sich im Zusammenhang eine signifikante Balance zwischen Symmetrie und Asymmetrie ergibt. Beide Gebäude bilden ein Ensemble mit darüber hinaus monumentalem Charakter. Ihre architektonische Form entspricht somit der repräsentativen Weißenburgstraße. Das heute nur als Wohnhaus genutzte Objekt, das nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut wurde (tragendes Mauerwerk gut erhalten, Balkendecken der Geschosse und Dachkonstruktion verbrannt, Grundrisse wurden leicht verändert), dokumentiert mit dem zu dem Entwurfskonzept dazugehörigen Garten das ursprüngliche Erscheinungsbild der Stübbenschen Stadterweiterung. Es ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Gründerzeit-Ensembles Neustadt/Nord.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0