Wohnhaus

Ewaldistraße 19 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7155
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Ewaldistraße 19, 50670 Köln
Baujahr1906
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 23.06.1994
Stadtteil Neustadt/Nord

Erbaut: 1906 (inschr. datiert auf Ziergiebel); 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, 3 Achsen, Mittelachse durch Erker mit Balkon auf rechteckigem Grundriß und Ziergiebel besonders betont; Putzfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an den Jugendstil. Fenster und Haustür mit Oberlicht erneuert.

Rückseite backsteinsichtig, Fenster, bis auf die des Treppenhauses, erneuert.

Im Innern original: sechskantige Bodenfliesen, facettierte Wandfliesen (im Eingangsbereich nur rechts), sparsamer Wand- und Deckenstuck, Terrazzotreppenstufen, Holzgeländer (unmittelbar hinter dem erneuerten Antrittspfosten) erneuert mit Holzhandlauf, Wohnungstür-Rahmen, Zimmertüren teilweise, Deckenstuck in den Wohnungen, teilweise Holzfußböden.

Die von Hermann Josph Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Als Vorbilder für die halbkreiförmige Anlage um den Altstadtkern (Deutscher Ring bis Ubierring) dienten Stübben die Städte Wien (Ringstraße als repräsentativer Boulevard) und Paris (sternförmig auf einen Platz zulaufende Straßen). Die Gesamtkonzeption vereinigt verschiedenartige Wohnviertel, deren Bebauung entsprechend ihrer Bewohnerschaft und Infrastruktureinrichtungen (z. B. das Oberlandesgericht im "Gerichtsviertel") aufwendiger oder schlichter gestaltet ist. Im Zuge der ab 1881 begonnenen Stadterweiterung wurde u. a. auch die Ewaldistraße angelegt, in deren Blickachse nach Nordosten die Agneskirche liegt.

Das über den Zweiten Weltkrieg hinaus erhalten gebliebene Wohnhaus Ewaldistraße 19 bewahrt mit seiner baukünstlerischen Gestaltung, seiner Maßstäblichkeit und Parzellenüberbauung das ursprüngliche Erscheinungsbild des Straßenzuges. Die detailreiche Stuckdekoration der Fassade ist der von Ewaldistraße 17 ähnlich, mit ihr dennoch nicht identisch. Sie belegt den individuellen Gestaltungswillen des Gründerzeit-Architekten. Der zentrierte Erker gliedert die Fassade streng axialsymmetrisch und akzentuiert sie plastisch. Er trägt außerdem dazu bei, die einheitliche Gründerzeit-Bebauung des nordwestlichen Straßenzuges zu rhythmisieren. Das Wohnhaus gehört somit in seiner Gesamtheit als wichtiger, integraler Bestandteil zu dem Ensemble Neustadt-Nord dazu.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0