Siedlung "Göttersiedlung"
Freyastraße 4 · Rath/Heumar
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7311 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Siedlung "Göttersiedlung" |
| Adresse | Freyastraße 4, 51107 Köln |
| Baujahr | 1921 bis 1922 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 10.01.1995 |
| Stadtteil | Rath/Heumar |
1921/22 erbaut; Architekt: Kögel; Teil der "Göttersiedlung"; freistehend auf nahezu quadratischem Grundriß; giebelständig mit Satteldach; 2 Geschosse; Putzfassaden, hoher verputzter Sockel, traufseitiges Dachgesims; Hauseingang giebelseitig mit Putzrahmung, Haustür erneuert; originale Außentreppe mit verputzter abgetreppter Brüstungsmauer; rechteckige Fensteröffnungen mit betonten Sohlbänken, Fenster im EG original, im OG erneuert, Klappläden original; Kellertreppe auf der Ostseite, Kellertür erneuert. Im Inneren original erhalten: Holztreppe, Türen, Holzdielenböden. Bestandteil des Denkmals ist auch der zum Haustyp gehörige, das Haus umgebende Garten mit straßenseitig erneuerter Einfriedung (teilweise Holzzaun) und weitgehend ursprünglicher Gestaltung (rechtwinklige Wegeführung; steinerne Kanteneinfassungen der Wege, Beete und Rasenflächen). Nicht Bestandteil des Denkmals ist die neuere Garage im rückwärtigen Grundstücksbereich.
Das Haus Freyastr. 4 ist integraler Bestandteil des Ensembles "Göttersiedlung", die zwischen 1920 und 1938/39 für Bewohner des Mittelstandes durch die Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft Eigenheim "Königsforst" errichtet wurde. Die unter dem Einfluß der Gartenstadtbewegung nach einheitlichem städtebaulichem Plan entstandene Wohnsiedlung dokumentiert zum einen die Entwicklung des Dorfes Rath zum Wohnvorort Kölns nach der Eingemeindung im Jahre 1914. Sie spiegelt gleichzeitig die städtische Siedlungspolitik wider, die infolge der Aufgliederung der Stadt in Funktionsbereiche zunehmend die Verlagerung der Wohnbereiche aus der Kölner Innenstadt in die Außenbezirke betrieb. Die Bebauung im weitgehend rechtwinklig angelegten Straßensystem erfolgte mit ein- bis zweigeschossigen Einfamilienhäusern in Form von unterschiedlich geprägten Doppel- und Einzelhäusern mit großen Gärten. Die Häuser, die nach der Erstellung durch die Genossenschaft, teilweise unter Berücksichtigung der Wünsche der späteren Eigentümer, in Privatbesitz übergingen, zeichnen sich durch übereinstimmenden Baustil aus. Es handelt sich um einen Heimatstil städtischer Prägung, dessen Gestaltungsmerkmale - vorkragende Dächer und Sprossenfenster mit Schlagläden - zum einen den architektonischen Bezug zur topographischen Lage am Rand des Bergischen Landes herstellen, zum anderen eine Orientierung am Vorbild bürgerlicher Villen erkennen lassen und damit das Repräsentationsbedürfnis der Eigenheimbesitzer spiegeln. Zum älteren Bauabschnitt der 20er Jahre gehört die zum Rather Mauspfad parallel verlaufende Wodanstraße. Als Querstraße zu dieser kennzeichnet die Freyastraße, ähnlich wie die Heimdallstraße, städtebaulich die Eingangssituation zur gesamten Siedlung. An der als Birkenallee angelegten Freyastraße liegen die beiden giebelständigen Häuser Nr. 3 und 4 unmittelbar einander gegenüber. Beide prinzipiell gleich gestalteten und im gegenseitigen Bezug wirkungsvollen Häuser sind innerhalb der gesamten Siedlungsbebauung besonders prägnante Einzelerscheinungen. Sie vertreten einen in der Siedlung nur hier vorkommenden Haustyp in schlichtem Baustil mit äußerst geringem Zierrat. Die geschlossene Bauform bestimmt das charakteristische Erscheinungsbild. Innerhalb der als Gartenstadt angelegten Siedlung gehören zum Typus der Häuser als wesentliche Bestandteile auch die umgebenden begrünten Flächen, hier der in Anlehnung an den ursprünglichen Zustand teilweise mit einem Holzzaun eingefriedete und in seiner Gestaltung großenteils erhaltene Garten. Die beiden Häuser Freyastr. 3 und 4, die bereits 1921/22 fertiggestellt wurden, dokumentieren die früheste Bebauungsphase der Siedlung. Dank seines weitgehend unveränderten Erscheinungsbildes trägt das o. g. Objekt Freyastr. 4 zur Veranschaulichung der städtebaulichen Einheit der "Göttersiedlung" bei, die ein in Köln einzigartiges Beispiel verschiedener architektonischer Lösungen des Ein- und Zweifamilienhauses im Siedlungsbau der 20er Jahre darstellt, deren Häuser als Zeitdokumente und Denkmäler unbedingt zu erhalten sind.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0