Wohnhaus

Wartburgplatz 5 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7329
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Wartburgplatz 5, 50733 Köln
Baujahr1911
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 24.01.1995
Stadtteil Nippes

Erbaut: 1911; 2 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, zwei Achsen, linke Achse durch dreieckförmigen Giebel besonders betont. Putzfassade mit Backsteingliederung, durch vorwiegende Backsteinverwendung gestalterisch von den mit Putz versehenen Obergeschossen abgesetzt; Fenster (in den OGn. paarweise angeordnet und teilweise mit gestufter Fenstersturz-Konsole) und Haustür erneuert. Rückseite verputzt, Balkon verändert, Fenster erneuert, Fensteröffnungen verändert (teilweise mit Glasbausteinen; teilweise geschlossen, teilweise vergrößert). Zum Denkmal gehört der mit einem originalen Metallgeländer eingefriedete Vorgarten und der rückwärtige Garten.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aus dem 1888 nach Köln eingemeindeten, ehemals landwirtschaftlich geprägten Nippes ein bedeutender Industriestandort mit rapide wachsender Bevölkerung. Um den Wohnraumbedarf zu decken, wurde u.a. das Gebiet westlich der Neusser Straße weiter erschlossen und mit Wohnhäusern bebaut. Im Zuge dieser gründerzeitlichen Ortserweiterung wurde auch der dreieckförmige Wartburgplatz südöstlich der Werkstätten der ehemaligen Rheinischen Eisenbahngesellschaft angelegt. Das schlicht gestaltete Wohnhaus Wartburgplatz 5 mit Backsteingliederungen im Erdgeschoßbereich und dreieckförmigem Ziergiebel gehört zu der einheitlich konzipierten, heute teilweise veränderten Bautengruppe Wartburgplatz 1-13, die den Wartburgplatz im Westen begrenzt. Durch das mittlere Gebäude (Wartburgplatz 7) der Bautengruppe, die eine architektonische Großform bildet, verläuft eine gedachte Symmetrieachse. Dem Entwurf gemäß zeichnen sich die Bauten Wartburgplatz 3 und 5 durch eine spiegelsymmetrische Baukörper- und Fassadengestaltung aus. Die Gebäude wurden von der 1895 gegründeten Köln-Nippeser Bau- und Spargenossenschaft als Zweifamilienhäuser mit Gärten für Arbeiter errichtet. Genossenschaftliche Bestrebung war, Arbeitern gute Wohnverhältnisse zu angemessenen Mietpreisen zu bieten und ihnen den Wohnungskauf zu ermöglichen. Das Arbeiterwohnhaus Wartburgplatz 5 dokumentiert als Teil der oben erwähnten Baugruppe, nahe eines potentiellen Arbeitsplatzes, den genossenschaftlichen Arbeiterwohnungsbau wenige Jahre vor dem Ersten Weltkrieg. Die architektonische Konzeption, die sich am Ideal des Einfamilienhauses orientiert und der städtebauliche Entwurf, die umgrünte, auf einen Platz bezogene Bebauung belegen das wohnungsreformerische Anliegen des Bauträgers und begründen die sozialgeschichtliche und ortsbildprägende Bedeutung des trotz Veränderungen des Äußeren und Innern erhaltenswerten Arbeiterwohnhauses. Die Grüngestaltung, der rückwärtige Garten diente ursprünglich der Selbstversorgung der Bewohner, ist unverzichtbarer Bestandteil des planerischen Gesamtkonzepts.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0