Wohnhaus
Wartburgplatz 11 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7349 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Wartburgplatz 11, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 24.01.1995 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut um 1905, rechteckiger Grundriß, 2 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, Mansarddach, Putzfassade mit Backsteingliederungen im Erdgeschoßbereich, 2 Achsen, Zwerchgiebel mit dreieckförmigem Abschluß, im Erdgeschoß Rundbogenfenster (Oberlichter geschlossen), im Obergeschoß paarweise zusammengefaßte Fenster mit geradem Abschluß, Eingang links, alle Fenster (Kunststoff) und die Eingangstür erneuert. Vorgarten mit nachträglich erneuerter Einfriedung. Das rückwärtig gelegene Gartengelände ist Bestandteil des Denkmals.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aus dem 1888 nach Köln eingemeindeten, ehemals landwirtschaftlich geprägten Ort Nippes ein bedeutender Industriestandort mit rapide wachsender Bevölkerung. Um den Wohnraumbedarf zu dekken, wurde u.a. das Gebiet westlich der Neusser Straße weiter erschlossen und mit Wohnhäusern bebaut. Im Zuge dieser gründerzeitlichen Ortserweiterung wurde auch der dreieckförmige Wartburgplatz östlich der Werkstätten der ehemaligen Rheinischen Eisenbahngesellschaft angelegt. Das schlicht gestaltete Wohnhaus Wartburgplatz 11 mit Backsteingliederungen im Erdgeschoßbereich und dreieckförmigem Ziergiebel gehört der einheitlich konzipierten, heute teilweise veränderten Bautengruppe Wartburgplatz 1-13, die den Platz im Westen begrenzt, an. Dem Entwurf gemäß zeichnen sich die Bauten Wartburgplatz 11 und 9 durch eine spiegelsymmetrische Baukörper- und Fassadengestaltung aus. Die Gebäude wurden von der 1895 gegründeten Köln-Nippeser Bau- und Spargenossenschaft als Zweifamilienhäuser mit Gärten für Arbeiter errichtet. Genossenschaftliche Bestrebung war, Arbeitern befriedigende Wohnverhältnisse zu angemessenen Mietpreisen zu bieten und ihnen den Wohnungskauf zu ermöglichen. Das Arbeiterwohnhaus Wartburgplatz 11 mit Zier- und Nutzgarten dokumentiert als Teil der Baugruppe, in unmittelbarer Nähe zum Arbeitsplatz, den genossenschaftlichen Arbeiterwohnungsbau wenige Jahre vor dem Ersten Weltkrieg. Die architektonische Konzeption, die sich am Ideal des Einfamilienhauses orientiert und der städtebauliche Entwurf, die umgrünte, auf einen Platz bezogene Bebauung belegen das wohnungsreformerische Bestreben des Bauträgers und begründen die sozialgeschichtliche und ortsbildprägende Bedeutung des erhaltenswerten Arbeiterwohnhauses. Diesem Konzept liegt neben dem sozialen auch der volksgesundheitliche Anspruch, die hygienischen Wohnverhältnisse der unteren Schichten zu verbessern als Kriterium zugrunde. Die Bebauung um eine Platzanlage konnte hier ganz andere Lösungen hervorbringen, als die in unmittelbarer Umgebung anstehende Zeilenbebauung mit z.T. licht- und luftarmen Hinterhäusern. Der Wartburgplatz wird dreiseitig eingefaßt von der Wartburg-, Büdericher- und Eisenachstraße. Während eine Seite des Platzes nicht bebaut wurde, erscheint die Häuserzeile mit den Nrs. 1-13 als symmetrische Anlage die von den beiden giebelständigen Eckhäusern mit Mansarddach und Schopf eingefaßt ist. Die Mittelbetonung bildet ein risalitartig vorgebautes Gebäude mit ebensolcher Dachform. Das über die gesamte Zeile durchlaufende Mansarddach ist durch dreieckförmige, paarweise stehende Zwerchgiebel aufgelockert (Schmuckformen: im Erdgeschoß Backstein bis in Kämpferhöhe der Fenster, dieser wird um die Öffnungen als Rundbogeneinfassung geführt, im Obergeschoß profilierte FenstersturzKonsolen). Der einfache Baukörper zeigt eine zurückhaltende, einheitlich angewendete und malerisch bewegte Dekoration der Fassaden. Die Anwendung des vereinheitlichenden Formenkanons für die Platzgestaltung - einer in diesem Bereich der Stadt neuen Bauaufgabe - ist an der Häusergruppe trotz Veränderungen noch heute sehr gut nachvollziehbar. Das gesamte Ensemble ist für die stadtbaugeschichtliche Entwicklung von Nippes von hoher Bedeutung und als unverzichtbarer Teil der gebauten Umgebung schützenswert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0