Wohn- u. Geschäftshaus

Gutenbergstraße 55 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7367
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Gutenbergstraße 55, 50823 Köln
Baujahr1885 bis 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 08.02.1995
Stadtteil Ehrenfeld

Erbaut etwa 1885/1890; 3 Geschosse; 4 Achsen; Satteldach; Backsteinfassade; Eingang in der linken Achse (Eingangstür erneuert); im Bereich der mittleren zwei EG-Achsen ein dreiflügeliges Fenster und mittlerweile zugemauerte Türöffnung unter gemeinsamen Metallsturz; stichbogenförmige Fensteröffnungen mit originalen Fenstern; Horizontalgliederung durch profilierte Gesimse in mehrfarbigem Backstein und leicht vorkragende Backsteinlagen; Dachgesims auf konsolartig ausgeführter Lagerschicht leicht auskragend; Sockelbereich durch etwa hüfthohen, profilierten Verputz ausgezeichnet; Rückfront: backsteinsichtig mit stichbogenförmigen Fensteröffnungen; Fenster erneuert; das o. g. Objekt bildet mit der benachbarten Bebauung (Nr. 53, 57, 59) eine ensembleartige Einheit.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewannn Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wird gegen Ende der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts auch die Gutenbergstraße, und zwar zunächst die Ehrenfeld zugewandte westliche Seite einheitlich bebaut. Wegen der verkehrsgünstigen Lage in Stadtnähe und der hohen Wohnqualität aufgrund der benachbarten Grünflächen siedelten sich im Bereich zwischen Stamm- und Subbelrather Straße vorwiegend mittlere Einkommensschichten an.

Die Architektur des o. g. Objektes sowie die der benachbarten Bebauung modifiziert die in Ehrenfeld häufig vorzufindende biedermeierliche Bauweise dahingehend, daß die Wirkung des roh belassenen mehrfarbigen Ziegelsteinmauerwerks an die Stelle der sonst üblichen glatt verputzten Fassaden (wie z. B. in der Rothehausstraße) tritt. Zeittypische Motive sind die leicht geschwungenen, stichbogenförmigen Fensterüberdachungen, deren Betonung mittels schlichter, durch geringfügig vorkragende Ziegelsteine gebildete flachbogige Fensterüberdachungen sowie die zackenförmig ausgeformten Stockwerksgesimse und das als Konsolreihung ausgebildete Dachgesims. Diese Gestaltungsmittel werden leicht variiert bei den Häusern Nr. 53 - 59 angewandt, wodurch ein einheitlicher, ensembleartiger Gesamteindruck entsteht, der diesen Abschnitt der Gutenbergstraße gerade auch im Vergleich mit der gegenüberliegenden östlichen Straßenseite charakterisiert. Dem o. g. Objekt als integralem Bestandteil dieser einheitlichen Bebauung kommt somit ein hoher architektur- und städtebaugeschichtlicher Wert zu.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0