Wohn- u. Geschäftshaus
Gutenbergstraße 51 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7535 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Gutenbergstraße 51, 50823 Köln |
| Baujahr | 1887 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 31.07.1995 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Erbaut 1887; 3 Geschosse, ausgebautes Satteldachgeschoß (3 Gauben, erneuert); 4 Achsen (Hauseingang in der rechten Achse, Zugang zum Ladenlokal Mitte links); Backsteinfassade mit Stuck- und Backsteingliederung in Anlehnung an den Klassizismus; EG mit profiliertem Kellersockel und breiten aufgeputzten Lagerfugen; Mittelachsen im 1. und 2. OG leicht vorgestuft; 1. OG als "piano nobile" gekennzeichnet (profilierte Fensterrahmungen und -verdachungen), Mittelachsen mit gemeinsamen Blendgiebel, konsolgestütztes Sohlbankgesims); 2. OG einheitlich mit stichbogenförmigen Fensteröffnungen; gemauertes Sohlbank- und Dachgesims; Fenster 1./2. OG und Eingangstür original; Rückfront: in Verlängerung der rechten Gebäudeachse zweigeschossiger Anbau (20er Jahre); Rückfront und Anbau verputzt; 3 Achsen; Fenster erneuert. Innen original: gemauerter Gewölbekeller (preußische Kappen) mit Backsteinboden; hölzerne Treppenanlage (Antrittspfosten, gedrehte Geländertstäbe, Handlauf); Grundrisse weitgehend aus der Erbauungszeit; Wohnungsabschluß- und WC-Türen, Zimmertüren im EG, 1. und 2. OG (alle mit Rahmen, teilweise mit Beschlägen; Fußleisten (außer Flur) im 1. OG; Bestandteil des Denkmals sind der zweigeschossige Anbau und das erhaltene Stück Hofmauer an der Stirnseite der Parzelle; der eingeschossige rückwärtige Anbau ist nicht Bestandteil des Denkmals.
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nörlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wird gegen Ende der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts auch die Gutenbergstraße einheitlich bebaut. Wegen der verkehrsgünstigen Lage in Stadtnähe und der hohen Wohnqualität aufgrund der benachbarten Grünflächen siedelten sich im Bereich zwischen Stammstraße und Subbelrather Straße vorwiegend mittlere Einkommensschichten an. Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil der in weiten Teilen intakten Bebauung der Gutenbergstraße, die eindeutig auf die Kölner Neustadtarchitektur Bezug nimmt, deren historistische Architekturauffassung dem Repräsentationsbedürfnis der Ehrenfelder Bauherren entgegenkam, die allerdings den bescheideneren Verhältnissen in Ehrenfeld entsprechend die Bauten zurückhaltender gestalteten.
Die straffe Fassadengestaltung und die Kombination von verputztem Sockelgeschoß und backsteinsichtigen Obergeschossen ist typisch für die Bebauung in weiten Teilen Ehrenfelds. Mit wenigen Versatzstücken (Blendgiebel, Konsolen, Würfelfries) wird dem relativ schlichten Bau ein repräsentativer Charakter verliehen, der durch die giebelbekrönte Mittenbetonung im 1. OG eine besondere Stellung im Straßenbild der Gutenbergstraße einnimmt und sich dadurch von der benachbarten Bebauung abhebt. Als bauliches Dokument der ursprünglichen Bebauung und der Entwicklung zu einem neuen vorstädtischen Wohnquartier ist das o. g., in allen wesentlichen Bestandteilen intakte Objekt unbedingt zu erhalten.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0