Wohnhaus

Leostraße 9 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7371
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Leostraße 9, 50823 Köln
Baujahr1891 bis 1893
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 08.02.1995
Stadtteil Ehrenfeld

Erbaut 1891/92; Architekt: Rudolf Brovot; 3 Geschosse; Satteldach; 3 Achsen; Eingang mit originaler Tür in der linken Hausachse; Backsteinfassade mit Stuckgliederung mit Anklängen an Renaissanceformen; EG-Gliederung durch stilisierte Quaderstruktur; rundbogige Fensteröffnungen mit Konsolen am Scheitelpunkt; rechte Hausachse durch breitere Fenster ausgezeichnet; Fenster im 1. OG werden oberhalb der Fensterverdachungen bogenförmig überfangen, die Bogenfelder muschelartig, bzw. mit Pflanzenornament und einer Frauenbüste ausgestaltet; Fenster im 2. OG schlicht gerahmt; Stockwerksunterteilungen durch Sohlbankgesimse; oberer Abschluß durch mehrfach profitiertes Dachgesims; Fenster original; Innen original: Vorflur und Treppenhaus mit Fliesen; Vorflur und Treppenhaus (EG ) mit original ornamentierten Wandfliesen (im oberen Bereich mit Ornamentstruktur); aufwendige hölzerne Treppenanlage (gerade, dreiläufig mit gleichsinnigem Richtungswechsel) mit Oberlicht; Rückfront vermutlich backsteinsichtig (Pendant zu Nr. 11) mit originalen Fenstern und hofseitiger Einfassungsmauer; in den Wohnungen unter Umständen originale Türen, Grundrisse und Stukkaturen.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansielungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wird gegen Ende der 80 Jahre des 19. Jahrhunderts auch die Leostraße als Verbindung zwischen Venloer und Subbelrather Straße einheitlich bebaut. Wegen der verkehrsgünstigen Lage in Stadtnähe und der hohen Wohnqualität aufgrund der benachbarten Grünflächen siedelten sich im Bereich zwischen Stamm- und Subbelrather Straße vorwiegend höhere Einkommensschichten an, so daß in der ersten Hälfte der 90er Jahre beidseitig der Leostraße baukünstlerisch verschiedenartig gestaltete Häuser entstanden, die eindeutig auf die Kölner Neustadtarchitektur Bezug nehmen, deren historistische Architekturauffassung dem Repräsentationsbedürfnis der Ehrenfelder Bauherren entgegenkam. So stellt auch das o. g. Objekt ein typisches Beispiel für die bei aller Differenzierung der Einzelbauten einheitliche Bebauung der Leostraße dar. Der in weiten Bereichen das Erscheinungsbild Ehrenfelds prägende Typus des sog. Dreiachsenhauses wird hierbei durch eine an der Renaissance orientierten Formensprache variiert, wobei das EG durch die quaderartige Profilierung als Sockelgeschoß ausgezeichnet wird und das 1. OG aufgrund der aufwendigen Gestaltung der Fensterrahmungen als "bel étage". Von besonderer Bedeutung für die einheitliche Wirkung des Straßenbildes ist die systematische Ordnung der Hausgruppe Leostr. 3 - 17, die Brovot aus Haustypen zweier verschiedener Größen symmentrisch komponierte, wobei die Häuser Leostr. 9 und 11 die zentralen Bauten sind, von denen sich die Bebauung spiegelsymmentrisch entwickelt. Dem o. g. Objekt kommt somit als integralem Bestandteil dieser einheitlichen Planung ein hoher dokumentarischer Wert zu, den es unbedingt zu erhalten gilt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0