Wohnhaus

Leostraße 13 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7373
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Leostraße 13, 50823 Köln
Baujahr1891 bis 1893
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 08.02.1995
Stadtteil Ehrenfeld

Erbaut 1892/93; Architekt: Rudolf Brovot; 3 Geschosse, 3 Achsen; Satteldach; Eingang in der linken Hausachse; Backsteinfassade mit reicher Stuckgliederung in Anlehnung an Renaissance-Formen; Fenster und Eingangstür erneuert; EG als Sockelgeschoß aufgefaßt mit starkprofilierter Stuckstruktur und rundbogenförmigen Wandöffnungen; im 1. und 2. OG hochrechteckige Fensteröffnungen; rechte Achse im 1. OG durch Rahmung mittels 3/4-Säulen mit Kompositkapitellen und Giebelüberdachung betont; Fensterverdachungen mit dem Gesimsverkröpft; Fensterrahmungen im 2. OG zurückhaltend profiliert; profiliertes Dachgesims; Rückfront verputzt; der breite Seitenflügel in Verlängerung der linken Achse ist im Treppenhausbereich zum Vorderhaus hin zurückgestuft; Rückfront des Vorderhauses mit Balkonen versehen; stichbogenförmige Fensteröffnungen im hofseitigen Anbau; Fenster erneuert; Bestandteil des Denkmals ist die hofseitige Einfassungsmauer.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wird gegen Ende der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts auch die Leostraße als Verbindung zwischen Venloer und Subbelrather Straße einheitlich bebaut. Wegen der verkehrsgünstigen Lage in Statdnähe und der hohen Wohnqualität aufgrund der benachbarten Grünflächen siedelten sich im Bereich zwischen Stamm- und Subbelrather Straße vorwiegend höhrere Einkommensschichten an, so daß in der ersten Hälfte der 90er Jahre beidseitig der Leostraße baukünstlerisch verschiedenartig gestaltete Häuser entstanden, die eindeutig auf die Kölner Neustadtarchitektur Bezug nehmen, deren historistische Architekturauffassung dem Repräsentationsbedürfnis der Ehrenfelder Bauherren entgegenkam. So stellt auch das o. g. Objekt ein typisches Beispiel für die bei aller Differenzierung der Einzelbauten einheitliche Bebauung der Leostraße dar. Der in weiten Bereichen das Erscheinungsbild Ehrenfelds prägende Typus des sog. Dreiachsenhauses wird hierbei durch eine deutliche Betonung der rechten Hausachse durch eine ädikulaförmige Fensterrahmung im 1. OG und das durch starke Profilierung charakterisierte EG variiert. Weitere Baudetails wie die mannigfachen Verkröpfungen und Profilierungen belegen den baukünstlerischen Gestaltungswillen. Bei dem o. g. Objekt bezieht sich dies jedoch nicht nur auf die Fassadengestaltung, sondern auf den Gesamtzusammenhang in dem das Gebäude errichtet wurde.

Der Architekt Rudolf Brovot errichtete die Häuser Leostr. 3 - 17 als systematisch geordnete Hausgruppe, die aus 4 einander spiegelbildlich zugeordneten Haustypen besteht. Demnach ist das Haus Leostr. 7 als "Pendant" zum o. g. Objekt zu verstehen. Als integraler Bestandteil des einheitlich wirkenden Staßenbildes ist das Haus in der Leostr. 13 unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0