Wohn- u. Geschäftshaus

Platenstraße 47 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7387
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Platenstraße 47, 50825 Köln
Baujahrum 1908
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 08.02.1995
Stadtteil Ehrenfeld

Erbaut um 1908; 3 Geschosse, ausgebautes Mansarddachgeschoß mit Mittelgiebel und 2 seitlichen Gauben; 3 Achsen; Eingang in der rechten Achse durch ornamentierten Rundbogen auf Halbsäulen gefaßt; Stuckfassade mit reichem plastischen Schmuck in zeittypischen Jugendstil-Formen; Betonung der Mittelachse durch leichtes erkerartiges Vorstufen der Fassade, die im Mittelteil durch eingezogene Zierbalkone mit originalen Eisengeländern u. ein Ladenlokal im EG durch den Ladeneinbau akzentuiert wird; EG durch aufgeputzte Rustika als Sockelgeschoß gekennzeichnet; Obergeschosse durch stilisierte seitliche Rahmung zusammengefaßt und durch aufgeputzten Blendbogenfries, bzw. ein Ornamentband in der Mittelachse zum Dachgesims hin abgegrenzt; Brüstungsfelder der seitlichen Achsen im 2. OG durch markante Jugendstilornamente gegliedert; Ornamentband im Dachgesimsbereich durch zwei Löwenköpfe gerahmt; Originalfenster: EG links, Balkontür 2. OG, Teile des Schaufensters (Oberlichter und Rahmen; restl. Fenster u. Eingangstür erneuert; Rückfront: backsteinsichtig; 3 Achsen; stichbogenförmige Fensteröffnungen; Treppenhausfenster original, Fenster der rechten Achse z. T. erneuert, Fenster der Mittelachse neu; 2 erneuerte Gauben, Mittelachse durch Fenstertüren betont;. Fensterbögen durch gelben Backstein hervorgehoben; späterer Wanddurchbruch im EG; Innen original: Terrazzobelag im Vorflur und Treppenhaus; Wandfliesen mit grünem Ornamentband und leichte Wandvorlagen im Vorflur; Treppen-Geländer und Handlauf aus Holz; Türrahmen 1. OG; Speichertür; Bestandteil des Denkmals ist die teilweise erhaltene u. mit Wandvorlagen gegliederte hofseitige Einfassungsmauer.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfeld zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jh. von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Leo- und Philippstraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wird dann bereits Anfang der 70er Jahre des 19. Jh. mit der Erschließung Ehrenfelds nördlich der Köln-Aachener Bahntrasse begonnen. Bereits 1872 hatte der Grundstücks- u. Ziegeleibesitzer Julius Harff die Senefelder Str. als erste Querstraße zwischen Venloer und Subbelrather Str. angelegt. Dieser neu erschlossene Wohnbereich wurde dann u.a. durch die Platenstraße und die Marienstraße als Querverbindung erweitert. Bis in das erste Jahrzehnt des 20. Jh. wurde die Platenstraße dann sukzessive bebaut. Aus dieser Bebauungsphase datiert auch das o.g. Objekt, dessen Fassadenaufbau sich noch an der historisierenden Architektur der Gründerzeit orientiert, wohingegen Detailformen wie das Brüstungsornament und die Gestaltung der Balkongeländer sowie die flächig angelegte Fassadenstruktur der Obergeschosse bereits deutliche Anklänge an den Jugendstil zeigt. Gemeinsam mit der weitgehend erhaltenen, ähnlich gestalteten Nachbarbebauung dokumentiert das o.g. Objekt die ursprüngliche Bebauung Ehrenfelds an der durch die Kirche St. Peter gekennzeichneten Schnittstelle zu Neu-Ehrenfeld. Der Bezug des um die Jahrhundertwende errichteten Sakralbaus auf die Platenstraße als dominante Sichtachse betont deren Bedeutung für den städtebaulichen Zusammenhang im Bereich Subbelrather Straße/Simarplatz.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0