Wohnhaus

Mauenheimer Straße 7 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7394
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Mauenheimer Straße 7, 50733 Köln
Baujahrca 1888
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 15.02.1995
Stadtteil Nippes

Erbaut ca. 1888, L-förmiger Grundriß, 3 Geschosse, Stuckfassade in Formen des Klassizismus, 3 Achsen, Hauseingang rechts, Fenster und Eingang mit segmentbogigen Abschlüssen, Haustür original erhalten, alle straßenseitigen Fenster erneuert. Rückseite: Backstein, Fenster mit Segmentbögen, originale Hoftür, ein originales Fenster, zwei- und eingeschossiger Anbau mit z.T. originalen Fenstern. Im Innern original erhalten: Vestibul: mehrfarbige Bodenfliesen, halbrundbogiger Durchgang zum Treppenhaus, originale Holztreppe mit Antrittspfosten, Stäben und Handlauf, in den Wohnungen Holzdielenböden. Gewölbekeller.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aus dem 1888 nach Köln eingemeindeten ehemaligen Bauerndorf Nippes ein bedeutender Industriestandort mit rasch anwachsender Arbeiterbbevölkerung. Im Gebiet nordöstlich der Kempener Straße und bis zum Inneren Grüngürtel entstanden rund um die Mauenheimer- und Florastraße neue Wohngebiete, deren Bauten aufgrund des gestiegenen Bedarfs an Wohnraum fast gänzlich als Miethäuser erscheinen. Im wesentlichen prägen um die Jahrhundertwende errichtete zwei- bis dreigeschossige, oft drei Fenster breite Wohnhäuser in Backstein und mit sparsamen Dekorationsformen, und bis ins frühe 20. Jahrhundert geschaffene drei- bis viergeschossige Bauten mit teilweise reich dekorierten Fassaden in Stuckarchitektur den Stadtteil. Die Mauenheimer Straße ist aus einem alten Flurweg hervorgegangen, der mit seiner östlichen Verlängerung, der späteren Florastraße, die Mauenheimer Höfe mit Neusser- und Niehler Straße, des weiteren mit Riehl und dem zur Mülheimer Rheinfähre führenden Weg (Riehler Straße), verband. Bereits vor der Jahrhundertwende setzte eine rapide Bevölkerungszunahme ein, die eine groß angelegte Bebauung um die Mauenheimer- und Florastraße bis zum Ersten Weltkrieg zur Folge hatte. Die im südlichen Bereich zur Neusser Straße hin gelegenen Häuser Nrs. 1-11 entstanden in den Jahren 1888/90, die an diesen Block anschließende Reihe mit den Häusern 13-23 wurden 1897/98, die gegenüberliegenden Nrs. 4-26 1899/1900 gebaut. Nördlich der später angelegten Schillstraße entstanden ab 1897 innerhalb nur weniger Jahre die Häuser Nrs. 50 und 52 sowie 70-78. Die 1888/90 in einem Zuge errichteten Häuser Mauenheimer Straße 1-11 mit zwei- bzw. drei Geschossen sind in annähernd geschlossener Zeile erhalten geblieben. Die Gebäude zeigen die in der Grundstruktur gleiche, sparsam dekorierte dreiachsige klassizistische Fassade. Niedrige Geschoßhöhen und das Fehlen der Mittelbetonung und eines Ziergiebels deuten sowohl auf die frühe Entstehungszeit der Zeile, als auch auf eine Bewohnerschaft, deren bescheidene Ansprüche sich in den hier anstehenden Behausungen dokumentieren, hin. Die Anwendung der weitgehend einheitlichen und sparsamen Dekoration mit klassizistischen Formelementen der Gebäude 1-11 paßt sich der neuen Bauaufgabe des städtisch geprägten Mietwohnungsbaus und seiner geschoßweisen Nutzung an (Schmuckformen: Fugenschnitt, Stockwerkgesimse/durchlaufende Sohlbänke, Dachgesims, profilierte Rahmung der Fenster und Eingangstür, im ersten Obergeschoß Betonung der Beletage durch konsolgetragene waagrechte Verdachungen). Das Haus Nr. 7 wurde - wie auch weitere Häuser der frühen Bauphase - in Teilen vom Bauherrn bewohnt. Die oberen Geschosse waren vermietet, in den rückwärtigen Anbauten befanden sich Gewerbebetriebe. Die Bebauung der Mauenheimer Straße dokumentiert im Ganzen eine städtisch geprägte Architektur, die noch heute in ihrer Maßstäblichkeit die Abfolge unterschiedlicher Bauabschnitte von den 80er Jahren bis nach der Jahrhundertwende erkennen läßt. Das Gebäude Mauenheimer straße 7 ist als Teil dieses Siedlungsprozesses ein wichtiges, weitgehend original erhaltenes Beispiel dieser Zeit. Für den Zusammenhang des Altbaukomplexes im südlichen Teil der Straße ist es ein unverzichtbares Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0