Wohnhaus
Grimmstraße 2 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7412 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Grimmstraße 2, 50823 Köln |
| Baujahr | um 1902 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 06.03.1995 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Um 1902 erbaut; 3 Geschosse, ausgebautes Mansarddachgeschoß (mit 2 erneuerten Gauben); 3 Achsen; Eingang in der rechten Achse; Putzfassade mit Stuckelementen, teilweise in Anlehnung an die Neugotik; Betonung der rechten Achse durch reichverzierte Eingangsrahmung mit Giebelfeld und im 1. und 2. OG paarweise zusammengefaßte Fenster mit ornamentierten Brüstungsfeldern; EG als Sockelgeschoß mit Rundbogenfenstern und aufgeputzter Quaderstruktur (Bogenquaderung) ausgezeichnet; profilierte Fensterrahmungen mit Vorhangbögen in den Obergeschossen; mittleres und linkes Fenster im 1. OG durch stilisierte Giebelfelder betont; Horizontalgliederung durch Kämpfer-, Sohlbank- Stockwerks- und Dachgesims sowie stilisierte Lagerfugen in der Putzoberfläche; Fenster und Eingangstür erneuert; Rückfront: backsteinsichtig, 4 Achsen (v.l.n.r.: Treppenhaus, zweiseitig vorspringender WC-Trakt, zweiachsiger Wohnbereich); stichbogenförmige Fensteröffnungen; Fenster erneuert (Treppenhausfenster 2. u. 3. OG original); 2 originale, jedoch erneuerte Gauben m. neuen Fenstern; Innen original: Vorflur u. Treppenhaus mit (z.T. beschädigtem) Terrazzo; hölzerne Treppenanlage mit Antrittspfosten; WC- u. ehemaligen Wohnungseingangstüren (gegenüber des Treppenaufgangs); Unterzug im Treppenhaus mit Rundbogen verblendet; kämpferartiges Kapitel; Bestandteil des Denkmals ist die zweiseitig erhaltene hofseitige Einfassungsmauer mit unterschiedlich strukturierter Putzgliederung.
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jh. von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds werden um 1900 herum auch die Wißmann- und die Grimmstraße ausgebaut. Auf dem ehemaligen Grundbesitz Franz Weyers beteiligten sich vorwiegend kleinere Spekulanten am Ausbau dieser Straßen. Dem sozialen Umfeld entsprechend wohnten hier zunächst Angehörige der Unterschicht, wobei die architektonische Ausformung der errichteten Bauten entlang der Grimmstraße von einem gewissen Repräsentationsbedürfnis geprägt war, was sich an der von Stockwerk zu Stockwerk variierenden Fenstergestaltung, der Betonung des Einganges, den Giebelfeldern und den ornamentierten Brüstungsfeldern zeigt. Als für das o.g. Objekt wesentlich kommt noch die gleichartige Gestaltung des Nachbarhauses hinzu, wodurch beide Gebäude als Einheit zu sehen sind. Der spiegelsymmetrische Aufbau beider Fassaden bestimmt auch heute noch das ansonsten durch starke Kriegszerstörungen geprägte
Straßenbild und dokumentiert somit die ursprüngliche Bebauung in diesem Teil Ehrenfelds. Im Zusammenhang mit der Ecksituation Körnerstraße/Grimmstraße ist noch auf das Haus Körnerstr. 85 hinzuweisen, dessen Fassade ebenfalls die gleiche Gestaltung wie die Häuser Grimmstr. 2 und 4 aufweist, mit denen es einen gemeinsamen Hinterhofbereich hat, weshalb die gesamte Eckbebauung als ensembleartige Einheit eine markante städtebauliche Lösung veranschaulicht, die es in dieser Form unbedingt zu erhalten gilt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0