Wohnhaus
Grimmstraße 4 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7432 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Grimmstraße 4, 50823 Köln |
| Baujahr | 1902 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 16.03.1995 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Erbaut 1902; 3 Geschosse, ausgebautes Mansarddachgeschoß (mit 3 veränderten Gauben); 3 Achsen (Eingang in der linken Hausachse); Putzfassade mit Stuckelementen, teilweise in Anklängen an die Neugotik; Horizontalgliederung durch Stockwerkgesims (zwischen EG und 1. OG), Sohlbankgesims im 1. OG und stilisierten Lagerfugen in der Putzoberfläche; profilierte Fensterrahmungen mit Vorhangbögen; Betonung der linken Achse durch im 1. und 2. OG paarweise zusammengefaßte Fenster mit ornamentierten Brüstungsfeldern; mittleres u. rechtes Fenster im 1. OG durch stilisierte Giebelfelder betont; EG komplett mit Wandfliesen verkleidet; Fenster und Eingangstür erneuert; Rückfront: Hinterhaus in Verlängerung der linken Hausachse; backsteinsichtig; 3 Achsen; stichbogenförmige Fensteröffnungen; Fenster und Gauben erneuert; Innen original: Terrazzobelag im Vorflur u. Treppenhaus; hölzerne Treppenanlage; Decken abgehängt Grundrisse weitgehend original (Ausnahme: Wanddurchbrüche in den Straßenräumen). Bestandteil des Denkmals sind die hofseitigen Einfassungsmauern (ohne die späteren Aufmauerungen).
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jh. von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds werden um 1900 herum auch die Wißmann- und die Grimmstraße ausgebaut. Auf dem ehemaligen Grundbesitz Franz Weyers beteiligten sich vorwiegend kleinere Spekulanten am Ausbau dieser Straßen. Dem sozialen Umfeld entsprechend wohnten hier zunächst Angehörige der Unterschicht, wobei die architektonische Ausformung der errichteten Bauten entlang der Grimmstraße von einem gewissen Repäsentationsbedürfnis geprägt war, was sich an der von Stockwerk zu Stockwerk variierenden Fenstergestaltung, der Betonung des Einganges, den Giebelfeldern und den ornamentierten Brüstungsfeldern zeigt. Als für das o.g. Objekt wesentlich kommt noch die gleichartige Gestaltung des Nachbarhauses hinzu, wodurch beide Gebäude als Einheit zu sehen sind. Der spiegelsymmetrische Aufbau beider Fassaden bestimmt auch heute noch das ansonsten durch starke Kriegszerstörungen geprägte
Straßenbild und dokumentiert somit die ursprüngliche Bebauung in diesem Teil Ehrenfelds. Im Zusammenhang mit der Ecksituation Körnerstraße/Grimmstraße ist noch auf das Haus Körnerstr. 85 hinzuweisen, dessen Fassade und Grundriß die gleiche Gestaltung wie das Haus Grimmstr. 4 aufweist, mit dem es einen weiten Hinterhofbereich gemeinsam hat, der durch die beiden o. g. Häuser quasi gerahmt wird. So stellt sich die gesamte Eckbebauung zwischen diesen beiden Gebäuden als ensembleartige Einheit dar, die als markante städtebauliche Lösung in dieser Form unbedingt zu erhalten ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0