Wohnhaus

Gutenbergstraße 64 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7433
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Gutenbergstraße 64, 50823 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 16.03.1995
Stadtteil Ehrenfeld

Erbaut um 1890; 3 Geschosse, ausgebautes Satteldachgeschoß; 3 Achsen (Eingang in der Mitte); zweifarbige Backsteinfassade; EG durch verschiedenfarbige horizontale Backsteinlagen als Sockelgeschoß charakterisiert; profiliertes Stockwerkgesims; Obergeschosse als Einheit aufgefaßt (durch stilisierte Backsteinrahmung einheitlich gefaßt); Wandfläche durch rautenförmig angeordnete gelbe Backsteine im 2. OG optisch gegliedert; abgemauerte und profilierte Stichbögen über den Fenstern; Drempelzone rasterartig gegliedert; profiliertes Dachgesims; Eingangstür und Fenster erneuert; Rückfront: 3 Achsen (Mittelachse leicht vorgestuft); backsteinsichtig; stichbogenförmige Fensteröffnungen; Fenster und Hoftür erneuert; neue Dachflächenfenster. Innen original: gemauerter Gewölbekeller; Stuck im Vorflur und Rundbogen neu(!); hölzerne Treppenanlage; ornamentierte Bodenfliesen mit Bordüre; Wohnungsabschlußtür auf dem Treppenabsatz zum 2. OG separiert OG und Dachgeschoß (neu); Treppenhaus teilweise mit Glasbausteinen und Verklinkerung verändert; Bestandteil des Denkmals ist die hofseitige Backsteinmauer.

Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wird gegen Ende der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts auch die Gutenbergstraße einheitlich bebaut. Wegen der verkehrsgünstigen Lage in Stadtnähe und der hohen Wohnqualität aufgrund der benachbarten Grünflächen siedelten sich im Bereich zwischen Stamm- und Subbelrather Straße vorwiegend mittlere Einkommensschichten an.

Die Architektur des o. g. Objektes sowie die der benachbarten Bebauung modifiziert die in Ehrenfeld häufig vorzufindende zeittypische Bauweise dahingehend, daß die Wirkung des roh belassenen mehrfarbigen Ziegelsteinmauerwerks an die Stelle der sonst üblichen glatt verputzten Fassaden (wie z. B. in der Rothehausstraße) tritt. Zeittypische Motive sind die leicht geschwungenen, stichbogenförmigen Fensterverdachungen (mit Zackenfries betont), die Backsteinrahmung und sparsam profilierte Gesimse. Bemerkenswert ist die flächig angelegte Backsteinornamentik (besonders im 2. 0G), die dem Gebäude eine ganz eigene Prägung geben, die es von der sonstigen Bebauung der Gutenbergstraße unterscheidet. Als bauliches Dokument der ursprünglichen Besiedlung und Entwicklung Ehrenfelds zu einem neuen vorstädtischen Wohnquartier ist das o. g., in allen wesentlichen Bestandteilen intakte Objekt unbedingt zu erhalten, zumal es gemeinsam mit dem Nachbarhaus als einziges die ursprüngliche Bebauung der Gutenbergstraße zwischen Christian-Schult-Straße und Stammstraße veranschaulicht. Bemerkenswert ist darüberhinaus, daß das Haus seit den 20er Jahren bis 1992 von dem bekannten Maler Prof. Herkenrath bewohnt wurde, der hier auch sein Atelier hatte, wo er u. a. Künstlerkollegen wie Emil Nolde empfing.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0