Wohn- u. Geschäftshaus
Platenstraße 44 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7439 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Platenstraße 44, 50825 Köln |
| Baujahr | 1907 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 16.03.1995 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Erbaut 1907; 3 Geschosse, ausgebautes Mansarddachgeschoß mit Dacherker; 3 Achsen (Eingang in der linken Achse); Rauhputzfassade mit vielgestaltigen Stuckelementen des Jugendstil; breite Mittelachse durch erkerartige Vorwölbung der Fassade betont, in der Dachzone durch Dacherker mit eingezogenem Rundgiebel überhöht; Obergeschosse vertikal durch Kolossalordnung gegliedert (ornamental gefaßte Masken als oberer Abschluß); Fensteröffnungen der Seitenachsen durch glatt verputzte Rahmungen und ornamentierte Brüstungsfelder betont; Erkerbereich ebenfalls glatt verputzt und im oberen Bereich des 2. OG mit Girlanden, floraler Ornamentik und schlichtem Wappenschild geschmückt; hochaufragender Dacherker mittels stillisierter Pilaster und ornamentiertem Sturzband gegliedert, bekrönt durch muschelgeschmücktes Rundbogenfeld; EG verändert (Wandöffnungen und Nutzung als Ladenlokal original); Eingangstür und Fenster (außer 1. OG links und rechts) erneuert; Rundfenster 1. OG Mitte und zwei Dachflächenfenster spätere Veränderungen; Rückfront: in Verlängerung der linken Hausachse rückwärtiger Seitenflügel, Vorder- und Hinterhaus backsteinsichtig; stichbogenförmige Fensteröffnungen; Rückfront des Vorderhauses: 3 Achsen; EG zum Teil verändert; originale Fenster: EG rechts, 1. OG komplett, 2. OG Mitte und rechts, Treppenhausfenster; zwei erneuerte Gauben; zwei neue Dachflächenfenster; rechte Gebäudeachse zum zurückgestuften, seitlich gelegenem Treppenhaus abgeschrägt; Hinterhaus: 3 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß (mit 3 originalen Gauben); 3 Achsen; Fenster erneuert; Innen original: Wandfliesen im Vorflur; WC-Tür EG; Treppe mit Terrazobelag; Antrittspfosten, gedrehte Geländerstäbe und Handlauf aus Holz; Wohnungsabschlußtüren 1. OG Vorder- und Hinterhaus, 2. OG Hinterhaus; Speichertür mit Rahmen; WC-Tür Dachgeschoß; 2 Zimmtertüren 1. OG Vorderhaus, 2. OG Hinterhaus; stehende Heizkörper aus Gußeisen; der eingeschossige Anbau an den Seitenflügel ist nicht Bestandteil des Denkmals.
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfeld zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Leo- und Philippstraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wird dann bereits Anfang der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts mit der Erschließung Ehrenfels nördlich der Köln-Aachener Bahntrasse begonnen. Bereits 1872 hatte der Grundstücks- und Ziegeleibesitzer Julius Harff die Senefelderstraße als erste Querstraße zwischen Venloer und Subbelrather Straße angelegt. Dieser neu erschlossene Wohnbereich wurde dann u. a. durch die Platenstraße und die Marienstraße als Querverbindung erweitert. Bis in das erste Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts wurde die Platenstraße dann sukzessive bebaut. Aus dieser Bebauungsphases datiert auch das o. g. Objekt, dessen Fassadenaufbau sich noch an der historisierenden Architektur der Gründerzeit orientiert, wohingegen Detailformen wie die ornamental gefaßten Masken, die stilisierten Fensterrahmungen, Stuckgirlanden und florale Ornamentik dem Jugendstil angehören. Auch die kontrastreiche Oberflächenstruktur (rauhe und glatte Putzflächen im Wechsel) ist typisch für die Jugendstilarchitektur. Dem o. g. Objekt kommt für das Straßenbild der Platenstraße eine besondere Bedeutung zu, da es aufgrund seiner auffälligen Fassadengestaltung und dem hoch aufgeführten Dacherker einen Blickfang sowohl im Verlauf der Platenstraße mit der markanten Ausrichtung auf St. Peter als auch entlang der hier einmündenden Thielenstraße darstellt. Die abgeschrägten Gebäudeecken der Häuser Platenstraße 41 und 43 erweitern den Straßenraum platzartig und stellen das o. g. Objekt frei. Als integraler Bestandteil der in weiten Teilen erhaltenen Bebauung der Platenstraße ist das o. g. Objekt ein Dokument der historischen Entwicklung und unbedingt erhaltenswert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0