Wohn- u. Geschäftshaus

Wodanstraße 45 · Rath/Heumar

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7507
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Wodanstraße 45, 51107 Köln
Baujahr1927 bis 1928
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 02.06.1995
Stadtteil Rath/Heumar

1927/28 erbaut; Architekten: Pasmann & Bonn (?); Teil der "Göttersiedlung"; Bestandteil einer Dreierhausgruppe an der Ecke zur Freyastraße; 2 Geschosse und ausgebautes Walmdach (erneuerte Gauben, auf der Nordseite Dachflächenfenster anstelle der urspr. Gaube); Putzfassade mit leichter Vorkragung des OG, Dachgesims; straßenseitig 3 Achsen; rechteckige Fensteröffnungen mit Sohlbankgesimsen, Fenster erneuert; im nordöstlichen Eckbereich des EG um die Ecke greifende Gesimsverdachung, Fensteröffnungen darunter verändert (ehemals wohl Hauseingang und Schaufenster eines Ladens); ehemals Klappläden im OG. Rückseite: Putzfassade; Hauseingang in später angebautem Altan, neue Haustür; rechteckige Fensteröffnungen mit erneuerten Fenstern, Fenster im Treppenhaus original. Im Inneren original erhalten: Im rückwärtig gelegenen Treppenhaus: Holztreppe mit hölzernem Geländer, Wohnungstüren erneuert; in den Wohnungen großenteils Zimmertüren, Türzargen, Steinholzböden; Grundriß im EG leicht verändert. Bestandteil des Denkmals ist auch der Vorgarten sowie der zum Haustyp gehörige rückwärtige Garten mit straßenseitig teilweise erhaltener, an der Ecke gerundet verlaufender Einfriedung (Mauersockel und Pfeiler). Nicht Bestandteil ist die neuere Garage an der Grundstücksgrenze zur Freyastraße.

Das Haus Wodanstr. 45 ist integraler Bestandteil des Ensembles "Göttersiedlung", die zwischen 1920 und 1938/39 für Bewohner des Mittelstandes durch die Gemeinnützige Siedlungsgenossenschaft Eigenheim "Königsforst" errichtet wurde. Die unter dem Einfluß der Gartenstadtbewegung nach einheitlichem städtebaulichem Plan entstandene Wohnsiedlung dokumentiert zum einen die Entwicklung des Dorfes Rath zum Wohnvorort Kölns nach der Eingemeindung im Jahre 1914. Sie spiegelt gleichzeitig die städtische Siedlungspolitik wider, die infolge der Aufgliederung der Stadt in Funktionsbereiche zunehmend die Verlagerung der Wohnbereiche aus der Kölner Innenstadt in die Außenbezirke betrieb. Die Bebauung im weitgehend rechtwinklig angelegten Straßensystem erfolgte mit ein- bis zweigeschossigen Einfamilienhäusern in Form von unterschiedlich geprägten Doppel- und Einzelhäusern mit großen Gärten. Die Häuser, die nach der Erstellung durch die Genossenschaft, teilweise unter Berücksichtigung der Wünsche der späteren Eigentümer, in Privatbesitz übergingen, zeichnen sich durch übereinstimmenden Baustil aus. Es handelt sich um einen Heimatstil städtischer Prägung, dessen Gestaltungsmerkmale - vorkragende Dächer und Sprossenfenster mit Schlagläden - zum einen den architektonischen Bezug zur topographischen Lage am Rand des Bergischen Landes herstellen, zum anderen eine Orientierung am Vorbild bürgerlicher Villen erkennen lassen und damit das Repräsentationsbedürfnis der Eigenheimbesitzer spiegeln. Die Wodanstraße gehört zum älteren Bauabschnitt der 20er Jahre, in dem das Doppelhaus dominiert, und ist gekennzeichnet durch einige verschiedene Haustypen, die teils expressionistische, häufiger barocke Elemente aufweisen. Etwa ab Straßenmitte an der Kreuzung Freyastraße setzt sich ein schlichter zweigeschossiger Haustyp durch. Zu dieser sachlich geprägten Bebauung, die in der Kubatur und im Detail von geometrischer Formgebung bestimmt ist, gehört auch das Haus Wodanstr. 45, das im baulichen Verband einer Dreierhausgruppe mit Wodanstr. 41 und 43 im Eckbereich zur Freyastraße den Kreuzungsbereich wesentlich prägt. Innerhalb der als Gartenstadt angelegten Siedlung gehören zum Typus der Häuser als wesentliche Bestandteile auch die umgebenden begrünten Flächen - der Vorgarten mit seiner teilweise originalen Einfriedung und der rückwärtige Garten. Ursprünglich befand sich im Erdgeschoß des Hauses Nr. 45 eine Feinkosthandlung. Der später veränderte Eingangs- und Schaufensterbereich an der Gebäudeecke wird heute noch durch die dort erhaltene Gesimsverdachung angedeutet. Trotz seines teilweise veränderten Erscheinungsbildes trägt das o. g. Objekt zur Veranschaulichung der städtebaulichen Einheit der "Göttersiedlung" bei, die ein in Köln einzigartiges Beispiel verschiedener architektonischer Lösungen des Einfamilienhauses im Siedlungsbau der 20er Jahre darstellt, deren Häuser als Zeitdokumente und Denkmäler unbedingt zu erhalten sind.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0